Abel Tasman National Park – Kann es noch schöner sein?


      Keine Kommentare       Mathias       AllgemeinNeuseelandReise-Berichte      


Neuseeland ist bekannt für die grüne Natur und die großartigen Landschaften. So machen wir uns auf zur Südinsel und wollen in den Abel Tasman Nationalpark. Dort staunen wir bei den Aussichten nicht schlecht und die Fotos sind großartig geworden. Dieser Stopp hat sich mehr als gelohnt!

Wir entschließen uns insgesamt zum Beginn der Reise nicht so viel Zeit auf der Nordinsel zu verbringen und dafür früher auf die Südinsel überzusetzen. Dies (ist meiner Meinung nach) der schönere Teil von Neuseeland. So lassen wir die Nacht am gratis Campingplatz von Wellington zu Ende gehen, wir haben direkt am Meer gecampt, und fahren in die Stadt nach Wellington und zum Hafen. Unser Ticket haben wir bereits online gebucht. Man bezahlt übrigens nach Fahrzeugtyp und Anzahl der Personen. So kostet uns die Überfahrt 233 Neuseeland Dollar, also ca. 150 Euro. Nach etwas Wartezeit geht auch schon das „Boarding“ los und wir fahren mit unserem Camper in den Bauch der Fähre. Dort geht es dann wie in eine Art Parkhaus über eine Rampe in den oberen Stock, ein paar Kurven später sind wir dann am zugeteilten Platz. Während der Fahrt darf man (aus Sicherheitsgründen?) nicht im Auto bleiben, sondern wird ins Passagierdeck geschickt. Das ist ziemlich nett gemacht und man merkt eigentlich nicht, dass man sich gerade auf einem Schiff befindet, wenn man nett im Café sitzt. 🙂 Die Überfahrt dauert 3,5 Stunden. Das Oberdeck bietet schon eine spektakuläre Aussicht auf die Bucht vor der Südinsel. Dort sind viele vorgelagerte kleine Inseln, die in den verschiedenen Grüntönen leuchten. Leider ist das Wetter nicht so freundlich wie die Aussicht und so ziehen wir teilweise dann den Live-Sport mit dem Lederball im TV vor. 🙂 Wir passieren die Szenerie ja nochmals.

Angekommen auf der Südinsel verlassen alle LKWs, Motorräder, Busse, Autos und Camper wieder die Fähre und wir sind wieder auf der Straße. Unser heutiges Ziel ist der Abel Tasman National Park. Die Fahrt geleitet uns durch die Gegend um Marlborough. Die Gegend ist (weltweit) bekannt für den hervorragenden Wein und die verschiedenen Weintouren, Weinverköstigungen und allgemein dem Weintourismus. So fahren wir durch die Weinanbaugebiete bei herrlichstem Sonnenschein. Die Südinsel empfängt uns mit ihrer besten Seite! Die Kulisse ist herrlich und die Fahrt dadurch sehr angenehm. Die Gegend ist sehr abwechslungsreich und so fahren wir auch durch Berge, an Seen vorbei und genießen das Wetter (aus dem Auto). Je näher wir dem Nationalpark kommen, desto bergiger und kurvenreicher wird die Fahrt. Ab hier übernimmt Captain Daniel das Steuer, da er solche Strecken liebt. Der Nationalpark liegt direkt am Meer und so fahren wir durch den Ort und sind sozusagen im Park. Als Unterkunft haben wir uns einen Campingplatz im Park ausgesucht und beziehen dort unser Lager. Der Platz ist herrlich angelegt und bietet alles, was wir uns als Camper so wünschen. Hinter uns die Berge, vor uns das Meer und der Nationalpark. Ich nutze das herrliche Wetter noch aus, schnüre die Laufschuhe und mache mich ab in den Nationalpark. Die Strecke ist fantastisch, allerdings passt hier statt joggen das englische Wort „Trail Running“ wesentlich besser. Der befestigte Waldweg geht bergauf, bergab, über Stock und Stein, ist sehr anstrengend, macht aber richtig Spaß. Vermutlich können das einige nicht nachvollziehen. 🙂

Unter den Wanderfreunden ist der Abel Tasman National Park vor allem wegen dessen Coast Track bekannt. Der Wanderweg geht über 3 bis 5 Tage. Bereits im Voraus muss man sich die Hütten oder Campingplätze reservieren, sonst darf man praktisch offiziell gar nicht loswandern. Dafür haben wir aber keine Zeit. Der Namensgeber des Nationalparks Abel Tasman war übrigens ein niederländischer Seefahrer, der als erstes Neuseeland entdeckt hat. Er ankerte vor der Küste und die einheimischen Maori haben zur Begrüßung das Horn erklingen lassen. Abel Tasman wollte dies freundlich erwidern und ließ ebenfalls ins Horn blasen. Dies hätte er mal lieber gelassen. Bei den Maori bedeutet ein Horn als Antwort das Signal zum Krieg / Kampf. Nachts sind die Maori dann mit dem Kanu an das Schiff von Abel Tasman gefahren und haben vier seiner Besatzungsmitglieder getötet. Abel Tasman ist daraufhin schleunigst davongesegelt und hat nie wieder eine Fahrt nach Neuseeland unternommen.

Im Nationalpark sind die Wassertaxis sehr beliebt, da die Wanderer entweder zum Start bringen oder vom Ende abholen. Wir nutzen ebenfalls dieses Transportmittel. An der Basis der Taxizentrale, praktisch ein normales Gebäude im Ort, werden wir auf die Boote je nach Ziel aufgeteilt. Wir besteigen das Boot. Das Besondere daran ist, weit und breit ist gar kein Wasser. Das Boot befindet sich auf einem Anhänger und dieser wird von einem alten Traktor gezogen. Über eine Leiter setzen sich die Passagiere also auf das Boot und der Traktor fährt uns dann an den Anleger. Dort werden wir samt Boot zu Wasser gelassen. Taxi klingt etwas langweilig, in Wahrheit ist es aber ein Motorboot mit ordentlich Power unter der Haube. Wir fahren zunächst zu einem besonderen Felsen, zum Splitted Apple. Der Felsen sieht aus wie ein halbierter Apfel. Laut Fahrer ist dies der zweitmeist fotografierte Stein auf der südlichen Hemisphäre. Den Namen des Steins auf Platz 1 wollte er nicht verraten. Wer weiß es? Er liegt in Australien. 🙂 Anschließend suchen wir auf den Felsen noch ein paar Seelöwen, die sich gerade in der Sonne trocknen oder gerade im Wasser schwimmen. Sehr amüsant. Anschließend werden wir an unserem Ziel, Torrent Bay, direkt am Strand abgesetzt. Dort beginnen wir unsere Wanderung und wir laufen bis zu unserem Campingplatz zurück. Das Ziel ist noch 16,6 km entfernt. Wir haben also noch einiges vor uns.

Der Name des Wegs „Coastal Track“ ist hier Programm. Vom Strand gelangen wir direkt auf den gut beschilderten Wanderweg. Wir fühlen uns richtig wohl, es gibt ein paar Höhenmeter, der Weg ist schmal, es gibt viel Schatten und die Aussicht richtig klasse. Meist ist der Weg von Bäumen gesäumt oder dem berühmten Silberfarn, welcher auch das Nationalsymbol darstellt. Zwischen den Pflanzen sieht man immer wunderbar das Meer, den Fluss oder den Wald, an dem man gerade entlangwandert… einfach wunderbar. Wir genießen die Wanderung, machen ein schönes Picknick und sind gegen Abend wieder an unserem Campingplatz. Von der Landschaft und Natur wohl eine der besten Wanderungen überhaupt!

Neuseeland ist echt ein wahrhaft tolles Land. Von der Fläche ist es etwas kleiner als Deutschland, aber hier leben nur 4 Millionen Einwohner. Drei Viertel der Einwohner leben auf der Nordinsel, wo auch die Hauptstadt Wellington sowie die größte Stadt, Auckland, liegen. Die Südinsel ist von der Fläche eigentlich etwas größer. Wir schweifen noch etwas zur Biologie ab. 85 % der Pflanzen Neuseelands kommen ausschließlich hier vor, der Biologe würde sagen, die Pflanzen sind endemisch. Das macht die Einzigartigkeit der neuseeländischen Landschaft aus. Bei der Tierwelt sind besonders einmalig die vielen Vogelarten hier. Ursrünglich hatten die Vögel keine natürlichen Feinde hier und konnten immer ohne Probleme die Nahrung vom Boden sammeln. Im Laufe der Evolotuion haben die Vögel dann ihre Kunst zu fliegen verlernt, das beste Beispiel ist hierfür der Vogel „Kiwi“. Allerdings haben die Europäer dann Hunde, Katzen, Füchse usw. eingeschleppt und der Kiwi war leichte Beute für diese. Besonders clever ist der Kiwi (so sagt man) nicht. Sein einziger Schutz ist jetzt, das er nun nachtaktiv geworden ist und sich tagsüber vor den Feinden in Löchern versteckt. Manchmal ist die Natur schon gemein bzw. wenn der Mensch eingreift. Der große Vogel „Moa“ ist diesem Eingriff bereits zum Opfer gefallen und ausgestorben. Ok, dieser wurde auch zusätzlich von Menschen gejagt und ist schon seit dem 14. Jahrhundert Geschichte.

Genug Fakten für heute. Wir müssen wieder auf die Straße. Als Camper haben wir einen VW T5 Bus erhalten. Dieser ist zum Camper umgebaut und bietet uns alles, was wir brauchen: Kühlschrank, Sitzmöglichkeiten, Herd und Spülbecken mit fließendem Wasser (aus dem Wassertank), ein großes Bett und genug Stauraum. Ach ja, wir haben auch ein Entertainment-Paket an Bord. Also eigentlich einen kleinen Fernseher, auf dem wir DVDs schauen können. Hätten wir nicht direkt gebraucht, aber ist eben im Camper verbaut. So, wir machen uns jetzt auf und besuchen den Franz Josef. Was es damit auf sich hat, erfährst du im nächsten Artikel.

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Sorry, muss neuerdings sein wegen DSGVO.

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