Arenal und Poas – Vulkane der besonderen Art


      Keine Kommentare       Mathias       AllgemeinCosta RicaReise-Berichte      


In Costa Rica gibt es zahlreiche Vulkane und das Land ist berühmt dafür. Wir picken uns zwei besondere Vulkane heraus und werden richtig begeistert! Auf dem Weg gibt es viele Schlaglöcher, Höhenmeter ohne Ende, Affen, Nasenbären, klasse Aussichten und sogar ein bisschen Alpen-Feeling.

Vor jeder Fahrt checken wir online die Kilometer und die dafür benötigte Zeit, denn Landkarten können leider manchmal täuschen. Genauso wie nur die reine Kilometerangabe täuschen kann. Diese Erfahrung mache ich heute nicht zum ersten Mal. So ist bei Google Maps die Entfernung von unserem heutigen Start in Santa Elena bis zum Ziel in La Fortuna nur 120 km, was man ja locker flockig machen könnte. Die berechnete Fahrzeit beträgt allerdings 3,5 h. Mir schwant Böses!

So verabschieden wir uns vom netten Host Rene und machen uns auf ins Abenteuer. Die Straße hier in den Bergen ist eine rustikale Schotterpiste, wie sie im Buche steht. Zum Glück herrscht meist wenig Verkehr und ich kann die ganze Breite der Straße verwenden, um den Schlaglöchern und „Gräben“ auszuweichen. Wir kommen echt langsam voran, werden durchgeschüttelt und das Auto sieht durch den Staub aus wie Sau. 🙂 An einer Bergkuppe liegt ein größerer Stein, der sich beim Drüberfahren leider aufstellt und uns durchschüttelt. Davon geht sogar der Scheibenwischer an. Kurz darauf halten wir in einem Hof an, um mal kurz unter das Auto zu schauen. Sofort kommt vom Hof ein Mann heraus und möchte uns helfen. Er gibt zu verstehen, dass er Mechaniker ist (welch ein Zufall). Ich soll eine Runde im Hof drehen und er schaut, ob er etwas erkennen kann. Alles verhält sich normal und er sieht ebenfalls keine Probleme. Sehr gut, wir können uns weiter auf den Weg machen. Wir fahren bestimmt 30 km im Schneckentempo und haben dabei mäßig Spaß. Irgendwann sehen wir wieder Teer und könnten eigentlich vor Freude in die Hände klatschen, allerdings trauen wir dem Braten noch nicht so. Also klatschen wir nicht, aber es bleibt trotzdem beim Teer! 🙂

Das Gelände erinnert meine beiden Mitfahrer Andreas und Kerstin an die Alpen, da in der grünen Berggegend Kühe grasen und fröhlich vor sich hin muhen. Muhen Kühe weltweit eigentlich gleich? Wir beschließen, dass bayrisch die internationale Kuh-Muh-Sprache ist. In Wahrheit sind wir aber nicht in den Alpen, sondern in Costa Rica, muss ich die Beiden nochmals erinnern. 🙂 Gegen Nachmittag kommen wir zum Arenal Vulkan bzw. erst zum größten Binnensee des Landes, dem Arenal-See. Dieser liegt herrlich da und wir halten an, um Fotos zu machen. Wir müssen den See komplett umfahren, um zum Nationalpark des Vulkans zu kommen. Beim Arenal Vulkan handelt es sich nicht nur um den aktivsten Vulkan in Costa Rica, sondern sogar um einen der aktivsten Vulkane der Welt. Wir sehen den Vulkan schon aus größerer Entfernung, da er sich kegelförmig auf 1670 Meter Höhe nach oben schraubt. Er sieht beeindruckend aus!

Wir fahren zum Nationalpark und bezahlen brav die 15 Dollar Eintritt. So haben wir Zugang zu mehreren Wanderwegen, die näher an den Vulkan und zu einigen Aussichtspunkten führen. Das Besondere am Vulkan ist, dass er wirklich raucht. Man sieht es nicht deutlich, aber kann es erkennen, da der Rauch dunkler ist, als die Wolken. Jährlich wächst der Vulkan um mehrere Meter, da sich Lava am Rand des Kraters aufhäuft. Der letzte größere Ausbruch war 2010. Der Nationalpark hat sich nicht nur wegen dem Vulkan gelohnt.

Aufgrund unserer gestrigen Wanderung mit Raffaele sind unsere Sinne auf dem Wanderweg geschärft und wir entdecken selbst einige Tiere, darunter: Truthähne, Nasenbären, Eichhörnchen, Salamander, Eidechsen, Agouti (Beutelratte). Das ist sehr spannend im „Regenwald“. Wir werden von Mutter Natur sehr gut unterhalten und erfreuen uns einfach an dieser aktiven Tierwelt. 🙂

Die Fahrt vom Vulkan geht noch weiter. Wo es Vulkan gibt, sind meist auch heiße Quellen vertreten. Hier in der Gegend wirklich zu Hauf. Auf dem Weg dorthin halten wir noch am Straßenrand an, da wir eine Horde Affen in den Bäumen sehen. Wenn man hier aufmerksam durch die Gegend läuft oder fährt, entdeckt man unglaublich viele Tiere!

Es gibt viele Resorts, die die heißen Quellen im Programm haben und diese optisch ansprechend ausgebaut haben. Soviel Luxus brauchen wir aber gar nicht, wir wählen die „free hot springs“. So parken wir am Straßenrand, ziehen im Auto unsere Badeklamotten an und suchen uns den Weg zum warmen Wasser. Dieser ist gar nicht so idiotensicher zu finden wie gedacht und wir kommen glatt am falschen Ende an. So müssen wir noch durch den Tunnel bzw. unter der Straße durch und etwas klettern. Aber dann haben wir es geschafft. Optisch erinnert es mehr an einen seichten Fluss in dem einige Menschen liegen. Wir lassen die Schuhe und Klamotten am Rand zurück und legen uns ebenfalls in die natürliche Badewanne. Das ist klasse!

Anschließend legen wir die letzten Kilometer im Auto für heute zurück und kommen im Hotel in Badehose (der Etikette halber auch mit Tshirt) und noch halb nass an, aber das stört hier niemand. Wir haben ein Hotel in Downtown von La Fortuna. Der Ort ist klein, aber fein und wir fühlen uns sehr wohl. Im TV schauen Andreas und ich noch American Football an. Den äußerst spannenden und erfolgreichen Tag beschließen wir bei einheimischen Essen und lokalen Getränken. Pura Vida!

 

Wir sind ganz im Vulkan Fieber und heute steht schon der nächste auf dem Programm. Heute geht es zum Poas Vulkan. Die Straßenverhältnisse sind im Gegensatz zu gestern fantastisch, denn die komplette Strecke ist geteert. Anstrengend wird es trotzdem. Der Poas Vulkan hat eine Höhe von 2708 Metern. Wir sind aktuell noch ziemlich weit unten. Das Besondere am Poas ist, dass man bis zum Krater kommt und in diesen hinein schauen kann. Das Einfache am Poas ist, dass man bis ganz nach oben mit dem Auto fahren kann. Wir winden und schleppen uns mit dem Mietwagen also Kurve um Kurve, Höhenmeter um Höhenmeter hinauf, bis wir am Eingang des Nationalparks stehen. Auf dem Weg dorthin passieren wir noch einen coolen Wasserfall. Die Fahrt ist anstrengend und zieht sich sehr in die Länge. Hier wären wir wieder beim Kilometer und Fahrzeit Problem. 🙂

Der Eintritt in den Park kostet wie gestern, aber doch ist dieser Vulkan ganz anders. Vom Parkplatz aus laufen wir in etwa 20 Minuten. Es ist auffallend, wie kalt es in dieser Höhe ist, obwohl die Sonne scheint. Morgens haben wir noch geschwitzt beim Frühstück und jetzt in der Höhe sind die Temperaturen kühl. Wir können bis zum Rand des Kraters laufen und bestaunen von dort den Kratersee! Der Krater hat einen Durchmesser von 1500 Metern und beinhaltet einen 365 Meter im Durchmesser großen See. Der See ist türkisblau und vom Säuregehalt einer der sauersten Seen der Welt (pH-Wert von weniger als 1). Überall stehen Schilder, dass man maximal 20 Minuten hier bleiben sollte. Der Anblick ist außergewöhnlich! Die Farbe des Wassers ist extrem merkwürdig und an einigen Stellen sieht es aus, also wäre es ein riesiges Loch und nicht mit Regenwasser gefüllt.

Es gibt auf dem Vulkan noch eine andere Wanderung, die in etwa eine Stunde dauert und zum zweiten Kratersee führt. Dieser ist im Durchmesser 400 Meter groß und 14 Meter tief. Aus sicherer Entfernung erinnert dieser optisch an einen hübschen Badesee. Baden ist hier allerdings das Letzte, was man tun sollte oder dann vielleicht auch das Letzte, was man getan hat. Der Weg führt wieder durch viele Bäume und wir entdecken wieder einige Tiere.

Unsere heutige Unterkunft befindet sich in Poasita. Dieser Ort ist nicht mehr weit weg vom Vulkan und so treffen wir schon zu einer angenehmen Zeit im Hotel ein. Das Hotel wird von Italienern geführt, die sehr nett sind. Zum Abendessen gibt’s leckere Pizza und Pasta. 🙂 Als Dessert wird Sambuca aufgetischt. Das Bier gibt es hier übrigens in 1 Liter Flaschen und nein, Andreas hat diese nicht alleine getrunken. 🙂

Die beiden Vulkane sind auf jeden Fall zu empfehlen, da sie auch komplett unterschiedlich sind. Bei der Fahrt sollte man sich im Vorfeld klar sein, worauf man sich einlässt. Wenn das Wetter schlecht ist, ist wohl ein 4 WD Mietwagen von Nöten. Wir sind mit einem normalen Auto zurechtgekommen, wobei es mit einem Jeep sicherlich „einfacher“ gewesen wäre. Jedenfalls waren die beiden Vulkane richtig klasse!

 


 

English part:

 

Before we start our driving every day we check the distance and travel time online. Often it is the problem that the distance alone is only half of the truth. It is not the first time I make this experience. The distance today from Santa Elena to La Fortuna is only 120 km, but it takes three and a half hour.

The streets are horrible. They are not paved, they have huge potholes and even some parts of the streets are missing. It takes quite a while to make some distance. The driving is exhausting and you have to be fully concentrated. We want to return our rental car without a problem.

The area here in the mountains remembers my friends Andreas and Kerstin to the Alps back home. On the green mountains are many cows which are friendly “mooowing”. What is the international cow language? We decide it must be Bavarian. 🙂 We pass the Arenal Lake, which is the biggest inside lake in the country. Shortly after the lake the volcano appears. It has a beautiful shape and is 1670 meters high. It is one of the most active volcanos in the world. Every year it is growing some meters.

We make a hiking trip to a lookout for a better view on the volcano. You can see it is still active because of the smoke. Out of the crater comes some dark smoke. Wonderful to experience this. There is no need to be afraid; the last blowout was in 2010. On the hiking trail are several wild animals which are really exciting to watch. We spot turkeys, coatis, agouti, birds, squirrels and lizards.

After the hiking we drive to the hot springs. Everywhere near some volcanos are hot springs because of the geothermal activities. We choose the free hot springs. It looks like a river but feels like a bathtub. The water is really hot and we spend some time here. Our hotel for tonight is in La Fortuna. Andreas and I watch American Football in the TV and then we all have a local dinner. It was quite a nice day today!

We are in a fever for volcanos now! Today we want to discover another famous one. It is called Poas Volcano. The volcano is special because you can drive nearly till the end up to it. The drive takes quite a while because the volcano is 2708 meters high. The temperature is chilly up here. We have to pay the entrance fee and after some more minutes walking we stand really at the edge of the crater. This is amazing! Inside the crater is a small lake which is really unhealthy. Everywhere are sign which should remind you to stay maximally 20 minutes here. The view is stunning!

We go for the other walking tour and this leads us to another crater lake. This one looks like a beautiful spot for swimming but this wouldn’t be a good idea! On the way to the lake we see a lot of animals again.

Our hotel for tonight is in Poasito. The hotel is run by some Italian people and so we are having pizza and pasta tonight. 🙂

We can really recommend watching both volcanos because they are so different. Please keep the driving conditions in mind. They are not easy and it takes some time. The volcanos are really a hit!

 

 

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