Fazit Neuseeland: Die Welt in klein!


      Keine Kommentare       Daniel       AllgemeinNeuseelandReise-Berichte      


Nach knapp vier Wochen verlassen wir Neuseeland. Wir hatten adrenalinvolle Erlebnisse und umwerfende Natureindrücke. Jeder sollte das andere Ende der Welt einmal besuchen – es lohnt sich! Folgend nochmal das Wichtigste zusammengefasst.

 

Menschen – Wie sind die Kiwis so?

Wenn sich ein ganzes Volk nach einem wohl eher etwas unbeholfenen, nichtfliegenden Vogel benennt finde ich das schon einmal sehr interessant und sympathisch. Denn sind wir mal ehrlich, die meisten anderen Nationen würden sich wohl nach einem starken, mächtigen oder gar angsteinflößenden Tier benennen. Nicht so die Neuseeländer, die sich auch Kiwis nennen, nach dem kleinsten aller Laufvögel, der nur in Neuseeland zu Hause ist. Bis auf eine einzige Ausnahme haben wir nur positive Erfahrungen mit den Neuseeländern gemacht. Alle waren stets überaus freundlich, zuvorkommend und nett. Natürlich liegt das vermutlich auch mitunter daran, dass wir überwiegend mit Tour-Guides und anderen Arbeitnehmern im Tourismusbereich Kontakt hatten. Aber auch die anderen Kiwis scheinen sehr zufrieden und vor allem naturverbunden zu sein. Wer könnte ihnen das auch verdenken bei dieser grandiosen Naturvielfalt.

Sicherheit – keine Frage!

Laut Global Peace Index 2016 ist Neuseeland nach Island, Dänemark und Österreich das viertsicherste Land der Welt. Mehr brauche ich dazu eigentlich gar nicht sagen. 🙂 Für diesen Index analysieren Experten 163 Länder bezüglich ihres Konfliktpotentials bzw. ihres Friedensstatus. Dabei werden unter anderem Faktoren wie Grad von Sicherheit und Freiheit innerhalb der Gesellschaft, das Auftreten von regionalen und internationalen Konflikten und die Militarisierung berücksichtigt. Kurz um, Neuseeland ist einfach absolut sicher. Deutschland liegt im Ranking übrigens auf Platz 16.

Landschaft/Natur – schlicht nicht genug Adjektive 🙂

Sagenhaft! Unglaublich! Atemberaubend! Fabelhaft! Es gibt gar nicht genügend Adjektive, um diese einzigartige Landschaft zu beschreiben. Meiner Meinung nach gibt es zwei Hauptgründe, weshalb die Landschaft Neuseelands so wundervoll ist. Zum einen weist Neuseeland nahezu jede Vegetationszone auf. Von grünem Hügelland, dichtem Urwald, weiten Flusstälern, Südseestränden bis zu Vulkanen, Gletschern und schneebedeckten Gipfeln gibt es hier einfach alles. Ja, sogar eine wüstenähnliche Region gibt es hier. Traumhaft! Das liegt vor allem daran, dass sich die eher überschaubare Landfläche über 1600 Kilometer von Norden nach Süden erstreckt und somit unterschiedliche Klimazonen durchwandert. Aber auch an der tektonischen Aktivität der Pazifischen und der Australischen Kontinentalplatte, wodurch Vulkane und Gebirge entstehen. Zum anderen ist die Natur Neuseelands so bezaubernd, weil sie eine sehr große Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt aufweist. Durch die hohe Niederschlagsmenge und die vielen Sonnenstunden kann eine äußerst grüne und vielfältige Flora gedeihen. 80 Prozent der Pflanzen sind endemisch und kommen somit nur hier vor. Durch diese immergrünen Buschgebiete konnte eine unglaubliche Vielfalt von Vögeln entstehen. Durch den Menschen und dessen Einführung von tierischen Räubern, wie Ratten und Wiesel, ging diese Vielfalt leider schon deutlich zurück. Dennoch leben hier noch einige nur hier existente Arten, wie beispielsweise der Kiwi, Kea, Weka oder Tui. Einfach fabelhaft!

Transport – alles ist möglich!

Von A nach B oder C und wieder zurück kommt man in Neuseeland relativ einfach. Das Land ist sehr fortschrittlich und touristisch und hat somit ein vernünftiges Bus- und Bahnnetz, abgesehen von den größeren Städten, die in der Regel keine U- oder S-Bahn haben, sondern lediglich Busse, kann man das Land sehr gut bereisen. Selbstverständlich kann man auch ein Auto oder einen Camper mieten und das in nahezu jeder Größe, Farbe und Ausstattung. Hier ist die einzige Herausforderung sich entscheiden zu können, welchen Camper man denn nun möchte. 🙂 Neuseeland ist nicht allzu groß, weshalb ein Camper wohl auch das populärste Transportmittel ist. Wir waren vier Wochen unterwegs, haben ungefähr 4000 Kilometer mit dem Camper zurückgelegt und nahezu jede Ecke des Landes erkundet. Also sehr entspannt. Außerdem scheint Trampen eine beliebte Art der Fortbewegung zu sein. Des Öfteren sieht man hoffnungsvolle Backpacker mit einem Schild am Straßenrand stehen. Scheint ganz gut zu funktionieren, sonst würde es wohl keiner machen. 🙂 Zudem gibt es noch die Möglichkeit Neuseeland mit einem „Tour-Bus“ zu bereisen. Dabei handelt es sich um einen Hop On, Hop Off Bus, der die beliebtesten Ziele anfährt und für einen auch Touren und Unterkünfte bucht. Vermutlich für Alleinreisende eine sehr gute Alternative das Land zu bereisen.

Kosten/Preise – nicht für jeden Geldbeutel

Hier kommen wir nun zu dem vermeintlich einzigen Kritikpunkt. Neuseeland ist nicht gerade günstig zu bereisen. Allein die Anreise aus Deutschland hat es schon in sich, aber wohl zu Recht, sehr viel weiter kann man von Deutschland aus nicht fliegen. Auch das Campervan-Mieten, die Touren und Nahrungsmittel vom Supermarkt sind nicht günstig. Definitiv nicht mit den Philippinen oder anderen südostasiatischen Ländern zu vergleichen. Alles in allem würde ich aber behaupten, dass ein ähnliches Preisniveau wie in Deutschland vorliegt. Einige Dinge sind vielleicht etwas teurer, andere dafür aber günstiger.

Wir geben insgesamt über 6.200 Euro für vier unglaubliche Wochen aus. Darin ist weder der Hin- noch der Weiterflug enthalten. Davon sind 2.000 Euro aber schon mal nur für den Campervan, der ein Mittelklasse-Modell war und mit dem wir sehr zufrieden waren. Der Transport ist mit fast 3.000 Euro und somit 48 % der Gesamtkosten auch unser teuerster Posten. Zusätzlich zum Campervan fließen in diese Kategorie natürlich noch die Kosten für die Fähre zwischen Nord- und Südinsel sowie das Benzin mit ein. Ein weiteres Viertel unserer Kosten macht der Posten Unterhaltung aus, wobei wir wirklich sehr viel und sehr tolle Dinge erlebt haben. Das war es definitiv wert und die Touren sind auch top durchgeplant und organisiert. Gespart haben wir wohl beim Essen, dafür haben wir in vier Wochen lediglich 600 Euro für zwei Personen ausgegeben. Ist auch nicht ganz wenig, aber wir sind auch sehr hungrig. 🙂 Wir haben meist selbst gekocht und das ist in Neuseeland definitiv günstiger als Essen gehen. Wie auch immer, wir haben es uns gut gehen lassen. Inklusive sind natürlich auch das ein oder andere kühle Getränk. 🙂

Somit ist Neuseeland mit Sicherheit nicht das günstigste Reiseziel, aber ich kann mich nur wiederholen, es lohnt sich! In der Regel bekommt man für ausgegebenes Geld auch entsprechend qualitativ hochwertige Leistung.

Aktivitäten – mehr geht nicht!

Hier gibt es nicht viel zu sagen, außer dass alles möglich ist. Man kann in Neuseeland wirklich absolut alles machen, gerade was Outdoor-Aktivitäten angeht, aber auch alles andere was in der westlichen Welt so angesagt ist. Wir waren beispielsweise Zip-Line fahren, eine Gletschertour machen und auch Fallschirmspringen. Außerdem kann man auch an wirklich jeder Ecke einen Bush-Walk oder eine Wanderung machen. Diese sind natürlich kostenlos und gehen direkt vom Parkplatz an der Straße los. Außerdem sind sie gut beschildert und in der Regel gibt es von einem Parkplatz aus Touren unterschiedlicher Länge, sodass einfach für jeden etwas dabei ist.

Fazit

Hast du das nötige Kleingeld, die Zeit und liebst unberührte Natur, dann auf nach Neuseeland. Wie bei den Kosten bereits erwähnt ist Neuseeland definitiv nicht das günstigste Reiseziel, das man sich auswählen kann, aber mit ziemlicher Sicherheit das Vielfältigste. Wer viel Wert auf Sicherheit und westliche Standards legt, wird sich hier pudelwohl fühlen. Alles in allem kann ich Neuseeland nur jedem ans Herz legen, es ist einfach sagenhaft und ich werde mit Sicherheit hier nicht das letzte Mal gewesen sein.

 

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Sorry, muss neuerdings sein wegen DSGVO.

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