Hopkins & Belize City – Strand, Trampen und die Suche nach Nahrung


      Keine Kommentare       Mathias       AllgemeinBelizeReise-Berichte      


Wir wollen in Belize nochmals an den Strand. Einer der besten Orte hierfür soll Hopkins an der Ostküste sein. Wie sich herausstellt, ist es gar nicht so einfach, mit dem Bus dorthin zu fahren. Deswegen muss Roberto herhalten. Unterwegs bekommen wir noch kulinarische Köstlichkeiten und exklusive Insiderinformationen. Außerdem versuchen wir nach Belize City zu trampen und müssen der Gefahr trotzen, um etwas zu essen zu finden.

Roberto ist einfach zuverlässig. Er fährt uns für 100 USD vom Hotel in San Ignacio zum Hotel in Hopkins. Normalerweise mache ich das nicht, aber er hat es verdient als Guide und Fahrer weiterempfohlen zu werden. Also hier die Nummer von Robert, Taxifahrer und Mann für alles in San Ignacio, Belize: 00 501 6502754. Er holt uns pünktlich morgens ab und wir klappern erst noch den Supermarkt ab. Hier gibt es nämlich, man glaubt es kaum, Flaschenpfand! Tatsächlich bekommen wir für unsere leeren Flaschen im Supermarkt an der Kasse bares Geld. Good old Germany lässt grüßen. Wir halten noch kurz bei ihm zu Hause und sehen kurz seine Frau.

Unser Roberto ist „kein Kostverächter“ (Andreas) und so halten wir an einem Straßenstand an dem es Tacos gibt. Nicht nur irgendwelche Tacos, sondern die Besten! Es ist nämlich gar nicht so einfach, gute Tacos zu machen. Roberto hat sogar die Spendierhosen an und lässt eine Runde für uns springen. Es schmeckt wirklich lecker. Wir hätten übrigens gar nicht erkannt, dass es dort überhaupt etwas zum Essen zu kaufen gibt, da es sich nur um einen Pickup handelt, der am Straßenrand steht. Es ist allerdings die Taco-Lady, wie Roberto sagt. Wir lernen noch, was der Unterschied zwischen Taco und Burrito. Während Tacos aus Maismehl herstellt sind, bestehen Burritos aus Weizenmehl.

Das Gebiet, welches wir durchfahren ist total grün und sieht einfach bezaubernd aus. Wir durchfahren viele kleinere Berge und viel Landwirtschaft. Eines der Hauptanbauerzeugnisse sind Orangen. Diese sind anders als gedacht von der Farbe her nicht richtig orange, sondern eher grünlich oder gelb. Daraus wird hauptsächlich Orangensaft hergestellt. Wir halten am Straßenrand und pflücken uns ein paar Exemplare. Solange man keinen ganzen Kofferraum voll mitnimmt, haben die Bauern nichts dagegen. Konsumieren werden wir diese erst später.

Einer der Berge sieht aus wie ein schlafender Riese, weshalb er passsenderweise auch den Namen „sleeping giant“ erhalten hat. Roberto erklärt uns viel über sein Lieblingsland. 🙂 Jetzt wird es faszinierend. Wir halten am Magnetic Hill. Der Hang ist eine Straße, die leicht bergab führt. Roberto hält an, schaltet den Motor aus und macht nichts mehr. Das Auto bewegt sich. Nicht wie gedacht, sondern wir rollen rückwärts. Wir rollen praktisch aus dem Stand bergauf. Wir sind uns alle sicher, dass die Straße aber eindeutig bergab führt. Wir sind total perplex. Roberto zeigt den Trick noch an drei anderen Stellen. Jedes Mal trotzen wir der Physik und Logik und rollen offensichtlich in die falsche Richtung. Verrückt!

Nach dieser bizarren Geschichte wird es wieder Zeit etwas zu essen. Roberto fährt uns zum besten Stand für Tamales. Tamales sind praktisch gefüllte Teigtaschen mit Soße. Schmeckt ganz gut und wir freuen uns über die neuen kulinarischen Eindrücke. Langsam werden die Berge kleiner und die Landschaft weitläufiger. Wir nähern uns der Küste. Unsere reine Fahrzeit heute beträgt normalerweise 2h 20min, aber durch die Stopps verzögert sich alles noch etwas. Ist aber gar kein Problem, da wir heute keine Termine mehr wahrnehmen müssen.

Die Straße führt uns direkt nach Hopkins und wir fahren praktisch bis es nicht mehr weiter geht und wir direkt am Meer stehen. Sehr cool! Das Dorf Hopkins war ein kleines Fischerdorf und fährt heute einige Unterkünfte auf. Allerdings sind die Straßen trotzdem nur Feldwege und es passt gar nicht zu den Hotels, Pensionen und Hostels hier. Wir kommen an unserer heutigen Unterkunft an und sind froh, am Ziel zu sein. Wir verabschieden unseren guten Freund Roberto noch und bedanken uns für die gute Zeit, die wir mit ihm hatten.

Im Hotel auf unserem Balkon testen wir die mitgebrachten Orangen. Die Schale geht ziemlich schwer ab, die weiße Haut ist fest, dafür die Frucht sehr saftig und wohlschmeckend. Wir wohnen direkt am Strand und haben dort auch einige Hängematten zur Verfügung. Das ist der Grund, warum wir heute hierher gefahren sind. Meer, Strand, Baden und gute Laune! Die gute Laune haben wir sonst natürlich auch, aber hier beim planschen und Frisbee spielen im Wasser und am Strand könnte es uns nicht besser gehen. Das Hotel stellt auch noch Kajaks zu Verfügung, die wir natürlich auch noch zu Wasser lassen. Nach einiger Zeit nimmt es eines der Kajaks zu genau und lässt sich zu Wasser. Vermutlich hat es irgendwo ein unsichtbares Loch, denn es ist innen mit Wasser gefüllt und fahruntauglich. Für das Abendessen nutzen wir die bereitgestellten Fahrräder und machen uns auf ins Dorf für das Abendessen. Natürlich haben die Räder kein Licht. Die Straße ist gefüllt mit Schlaglöchern. Kerstin ist mit Taschenlampe bewaffnet, ich trete mit der Stirnlampe in die Pedale und Andreas findet die Schlaglöcher auch ohne Licht. 🙂 Die Fahrt ist länger als gedacht und so sind wir nach 3 km beim empfohlenen Restaurant. Das Essen ist gut und günstig. Das war unser Strandtag in Hopkins.

Die Informationen zum Bussystem in Belize sind im Internet nicht immer leicht herauszulesen. Gestern hatten wir schon „Probleme“ mit dem Bus nach Hopkins zu kommen. Heute müssen wir von Hopkins nach Belize City, der größten Stadt im Land, da dort unser Abflughafen liegt. Die Informationen zu den Busen nach Belize City sind im Ort nicht ganz eindeutig und so beschließen wir abends etwas Neues zu probieren. Wir wollen trampen! Die Idee erscheint uns plausibel und im Internet lesen wir darüber viele erfolgreiche Stories. So nehmen wir noch einen Karton auseinander und Kerstin beschriftet die Schilder unserem Endziel Belize City und einem Zwischenziel namens Belmopan, der Hauptstadt des Landes.

Wir versuchen unser Glück und stehen heute allesamt zum ersten Mal mit einem Karton an der Straße, um eine Mitfahrgelegenheit zu suchen. Wir checken aus dem Hotel aus und laufen entlang der Straße. Die ersten paar Minuten kommt kein Auto und die Sonne ist bereits mächtig heiß. Das erste Auto kommt, ein großer Pickup, was ideal für uns wäre. Schnell nett lächeln und die Schilder vorzeigen. Das Auto hält tatsächlich an. Lustigerweise ist es ein Handwerker, der in unserem Hotel noch einige Arbeiten erledigt hat und sogar wusste, welche Zimmernummer wir hatten. Er nimmt uns mit bis zur großen Kreuzung vor Hopkins (ca. 15 Kilometer). An der Hauptstraße fahren viele Autos und Busse vorbei. Unsere bisherige Quote ist bei 100 %. Der Typ ist total nett. An der Bushaltestelle erzählt uns der dort sitzende Typ, dass Trampen mit einem Schild verboten sei. Wir sollen das Schild bloß verstecken. Zufälligerweise (zumindest für uns) hält ein Bus an und sagt, dass er nach Belize City fährt. Wir steigen ein. Es handelt sich um einen normalen Linienbus und wir bezahlen brav für ihn. Der Bus bringt uns nach Dandriga, wo wir den Bus wechseln müssen und direkt weiter nach Belize City fahren. Im Endeffekt war es dann doch ganz einfach. Roberto bzw. der Shuttleservice hätten für die Fahrt 150 USD insgesamt bzw. 120 USD pro Person verlangt. Mit den beiden Busen bekommen wir die Fahrt für 46 USD, für drei Leute! Endlich mal wieder Geld gespart. 🙂

In Belize City können wir zu unserem Hotel laufen. Alle Leute, die wir in Belize getroffen haben, haben uns vor dieser Stadt gewarnt. Dort sei es gefährlich! Wir „müssen“ leider hier sein, da der Flughafen nun mal hier ist. Unser Mann im Hotel erklärt uns, dass nur die Südseite unterhalb des Flusses nachts gefährlich sei, hier im Norden soll alles kein Problem sein. Immerhin wohnen wir 100 Meter vom Fluss weg. Mit der Fähre bzw. dem Bus sind wir übrigens auch im gefährlichen Teil angekommen. Abends wollen wir noch etwas essen gehen. Wir laufen erst einem Tipp von Tripadvisor hinterher. Das Restaurant hat aber leider schon geschlossen. Generell macht es den Eindruck, als wenn hier nachts nichts los ist. Also laufen wir zurück ins Hotel und lassen uns dort nochmals den bereits ausgesprochenen Tipp wiederholen. Seine Empfehlung hat dann, wie wir feststellen müssen, leider ebenfalls schon geschlossen. Die Straßen werden leerer, düsterer und die Gestalten merkwürdiger. Die Stimmung wird etwas trist. Wir wollen dann nur noch kurz zum Supermarkt und dort etwas kaufen. Dort angekommen, verlassen die Mitarbeiter leider ebenfalls schon den Laden. Der Supermarkt befindet sich direkt am Fluss und so verlassen wir die Gegend schnell wieder. Niemals hätten wir gedacht, dass es so schwierig ist, etwas noch Essen zu finden. Es ist eigentlich erst 18.30 Uhr, aber irgendwie verschanzt sich fast alles irgendwo. Wir irren noch kurz durch die Straßen (wir meiden kleine Gassen) und stolpern über einen Straßenimbiss. Glücklicherweise befindet sich hinter dem Straßenimbiss das zugehörige Restaurant und wir können in den Gastraum. Die freundliche Dame erklärt uns kurz, was sie noch vorrätig hat und so ordern wir drei Pupusas. Das sind Maisfladen mit Bohnen, Käse und Kraut. Oben drauf kommt noch ein Klacks Soße. Die Dinger sind wirklich lecker und so werden aus drei Pupusas insgesamt neun. 🙂

Wir sind sehr froh, als wir wieder wohlbehalten im Hotel angekommen sind und die Jagd nach Essen doch noch erfolgreich war. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Dort muss leider jeder nochmals 40 USD für die Ausreise bezahlen, eher wir weiterfliegen dürfen. Das Ziel: Costa Rica!

 


 

English part:

We want to go to the beach again in Belize. One good option should be Hopkins at the east coast. We have our new destination. It seems to be very difficult and inconvenient to go there with the bus. The best way to go there for us is Roberto! 🙂

He is on time like always and so reliable. Normally I don’t do this, but he is such a good guy so I can really recommend him when you are in San Ignacio, Belize: 00 501 6502754. In Belize they have something unexpected in common with Germany: refund for glass bottles. So our first stop is the supermarket where we change our empty bottles into cash.

Roberto is hungry and we should try his best stop for some tacos. He buys them for us and we try it. It is really delicious. He tells us the difference between tacos and burritos. Tacos are made out of corn flour and burritos are made of wheat flour. Very interesting.

The countryside we are passing is mainly green. It looks so nice and we can imagine why Roberto loves his country and the nature there. There are lots of small mountains and we pass a special place. The rocks there look like a huge person is lying there. This place is called “sleeping giant”. We stop on top of one of the mountains which is called “magnetic hill”. Roberto stops the car and is doing nothing. We are rolling. BUT, we are rolling backwards despite the mountain is steep down. This is ridiculous. It seems to be against the logic and physic. Roberto is doing this trick on three other sections and we are amazed. We don’t want to ruin this miracle and we don’t look it up in the internet how it works. For us, it is magic. 🙂

It is time for another stop to eat something. We have to try some Tamales now. This is like a dough pocket filled with chicken and some sauce. It is very tasty and we have power again to go on with our travel. In total our drive takes us 2 hours and 20 minutes without the stops. The street is leading us directly to the sea! Finally we arrive at the beach.

Hopkins is just a small fishing village and has some hotels now. There are just three streets and they are not paved. Roberto is driving us to our beautiful hotel and it is time to say goodbye to him. Thanks for everything.

The beach is really nice and we enjoy our time here with hanging around, getting some kayaks and playing Frisbee. This feels like real holiday. 🙂 For dinner we take the bikes from the hotel and drive to the village itself. We find a nice local restaurant and have a nice evening.

On the next day it is unfortunately time to leave this place already again. We have to go to Belize City. It seems to be complicated with the bus because the information is not clear. In the internet there are no reliable bus schedules and the people here tell us different information. We try something strange and want to tramp to the biggest city in Belize. The evening before Kerstin is painting some signs.

The sun is so hot today. We are leaving the hotel with all our luggage and walk some minutes. No car is passing. Some time later one pickup is coming. Smile, wave and show the sign. The car is really stopping. The guy was working at our hotel and knows our room number. What a coincidence. 🙂 He takes us to the main road which is 15 kilometers away. There are more cars and more buses. Thank you.

One guy is waiting at the bus station. He tries to convince us that tramping with a sign is illegal in Belize. The day before we didn’t found anything against tramping in Belize in the internet. One official bus is stopping and the driver tells us he is going to Belize City. We don’t think long and we sit in the bus. We have to change the bus in Dandriga and we are going directly to Belize City. The bus costs us in total 46 USD for three persons. The shuttle service from the hotel would cost 120 USD per person.

We arrive in Belize City. Nearly all the Belizians we met warned us not to stay there because it is dangerous. We walk from the bus station to the hotel. The hotel guy tells us where the dangerous parts are and where it is supposed to be safe. We live in the safe northern part. The dangerous south part (behind the river) is 100 meters away from our place. We have to leave the hotel again to find some dinner. This will be unexpectedly hard. All the restaurants are already closed, there are barely people walking around and the atmosphere is getting darker. In some streets we feel a little bit uncomfortable. Luckily we find a small restaurant which is still open. It is the only one. The nice lady serves us some Pupusas (look at the pictures).

We feel confident when we are back in the hotel. We survived the adventure in Belize City. On the next morning we are leaving Belize and fly to our next destination: Costa Rica!

 

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