Nepal – On the top!


      Keine Kommentare       Daniel       AllgemeinReise-Berichte      


Hoch hinaus geht es dieses Mal für uns. Wir reisen nach Nepal, um dem höchsten aller Berge einen Besuch abzustatten. Der Widerspruch könnte kaum größer sein als der Trubel und Lärm im geschäftigen Kathmandu zur endlosen Stille der faszinierenden Berglandschaften. Wir erleben beides, lass dich überraschen.

Aufgrund des Taifuns und der damit verspäteten Anreise nach Nepal, haben wir lediglich drei ganze Tage Zeit dieses hoffentlich wundervolle Land zu entdecken. Wir kommen nachmittags an und nehmen uns erst einmal ein Taxi zu unserer Unterkunft. Schnell wird klar, dass wir uns in einer asiatischen Großstadt befinden. Unmengen an Verkehr, jeder fährt wie er Lust und Laune hat, ein totales Chaos. Wir haben glücklicherweise schon Ähnliches erlebt und sind wenig geschockt.

Im Taxi selbst, keine Ahnung wieso eigentlich, saß außer dem Fahrer und uns zwei noch eine weitere Person, die zufälligerweise ein eigenes Reisebüro besitzt. So kommt eines zum anderen und wir gehen vorab noch zu ihm ins Reisebüro, lassen uns beraten und buchen schließlich eine sehr individuelle Tour, die drei Tage später mit dem Absetzen am Flughafen enden soll, um wirklich jede Minute sinnvoll zu nutzen. 🙂

Nachdem wir ins Hotel eingecheckt haben gehen wir noch eine Kleinigkeit essen und spazieren durch den sehr belebten Stadtteil Thamel. Es sind wirklich sehr kleine, enge Gassen durch die eine Vielzahl an Autos, Mopeds, Einheimische, aber auch jede Menge Touristen laufen bzw. fahren. Hier ist einiges los! Ein kleiner Laden am nächsten, überwiegend wird Outdoor-Kleidung und –Equipment verkauft, aber auch Souvenirs, Tücher und Schmuck. Bei der Kleidung handelt es sich in der Regel um Kopien namhafter Herstellt, die aber qualitativ einen sehr guten Eindruck machen und preislich sehr interessant sind. 🙂

Der nächste Tag beginnt, wir werden um 7.00 Uhr in der Früh am Hotel von einem Guide und einem Fahrer abgeholt. Nach etwa 40 Minuten kommen wir in Sundarijal an, von wo aus unsere Wanderung startet. Heutiges Ziel ist Chisapani, was ca. 12km entfernt liegt und sich auf etwa 2100m über dem Meeresspiegel befindet. Wir starten auf 1400m. Anfangs führt uns der Weg bergauf durch einen Wald an einem Fluss entlang. Wir kommen an einem Wasserfall vorbei und bekommen den ersten Affen zu Gesicht. Traumhaft, so könnte doch jede Wanderung beginnen. 🙂 Einige Zeit später wird es etwas lichter um uns herum, die Vegetation verändert sich. Wo vorher noch Bäume und dichter Wald waren, sind nun eine Vielzahl an Reisfeldern und vereinzelte Hütten bis wir zu einem kleinen Dorf kommen. Dort machen wir noch eine kurze Pause, da bis Chisapani kein weiteres Dorf mehr kommt, wie uns unser Guide erklärt. Unser Guide ist übrigens 26 Jahre jung und heißt Ram. Das kann kein Zufall sein, zwei Informatiker mit einem Guide namens Ram. Klasse! Für die Nicht-Computeraffinen unter uns, RAM (Random Access Memory), zu Deutsch auch Arbeitsspeicher, ist eine Computerkomponente. Bisher sind wir stets bergauf gelaufen und wir stellen schnell fest, dass sich das erstmal auch nicht ändern wird. Abgesehen davon, dass wir nun Steinstufen haben. 🙂 Stufe um Stufe folgen wir dem Weg, der nun wieder durch dichten Dschungel geht, was zumindest in Bezug auf die Temperatur sehr angenehm ist. Ich bin wirklich sehr angetan von der Umgebung, lediglich die Aussicht ist nicht sonderlich spektakulär oder eher einfach nicht vorhanden. 🙂 Wird aber sicherlich noch kommen, da wir immer noch bergauf gehen. Wir kommen so gegen 13.30Uhr in Chisapani an und uns erwartet erst einmal ein ernüchternder, ja fast schockierender Anblick. Hier sind die Folgen der zahlreichen Erdbeben vom April und Mai 2015 immer noch deutlich zu sehen, welche als tödlichste Katastrophe der Geschichte Nepals gelten. Laut unserem Guide standen hier mal so ca. 15 bis 20 Hotels bzw. Guesthouses, einige davon mehrstöckig, heute gibt es noch vier, manche davon ein Paar Stockwerke niedriger. Teilweise stehen die Gebäude in einer nahezu unrealistischen Schieflage dort und sind natürlich menschenleer. Es hat etwas von einer Geisterstadt und Teile davon werden wohl auch für immer so stehen bleiben. Nichtsdestotrotz ist die Aussicht von hier oben einfach gigantisch! Man sieht unheimlich weit, die vielen Täler und Felder umgeben von riesigen Bergen. Traumhaft! Diese Aussicht können wir auch von unserem Bett aus genießen. Wir übernachten und speisen in einem Guesthouse und haben den restlichen Tag sozusagen frei. So spazieren wir durch das Dorf, genießen die Aussicht und erholen uns von den Strapazen der unendlichen Stufen.

Am nächsten Morgen genießen wir den wundervollen Sonnenaufgang über der Himalaya-Region von unserem Zimmer aus. Sagenhaft! Heute möchten wir bis nach Nagarkot kommen, was ca. 18km entfernt von Chisapani liegt und von wo aus man bei gutem Wetter und klarer Sicht den höchsten aller Berge sehen kann – den Mount Everest! Eine geraume Zeit lang führt uns der Weg nahezu eben am Bergrand entlang bis wir in einen malerischen dichten Regenwald mit dickem Moos und riesigen hohen Bäumen kommen. Ich kann förmlich spüren wie hier die Welt atmet. Wunderschön. Viel reiner kann Luft wohl kaum sein. Der Weg geht im Wechsel immer mal wieder ein paar Meter hinunter und anschließend wieder hinauf, heute machen wir jedenfalls mehr Strecke als Höhenmeter, auch ganz nett. 🙂 Insgesamt erreichen wir heute eine maximale Höhe von ca. 2500m, Nagarkot liegt jedoch nur auf etwa 2200m, also kommen wohl doch noch ein paar Höhenmeter. 🙂 Plötzlich lichtet sich der dichte Dschungel und uns eröffnet sich ein atemberaubender Anblick, eine Aussicht ohnegleichen. Ich meine, wir sind immerhin schon so auf ca. 2300 oder 2400m, aber was wir hier sehen ist einfach überwältigend! Wenn wir bis zum Horizont blicken, erblicken wir unzählige Täler und Felder, vereinzelte Hütten, ein Meer aus Hügeln, wobei diese „Hügel“ wohl alle gut über 1000m und noch viel höher sind. Weiter hinten kommen dann aber die wirklich massiven, ja fast schon monströsen Berge, die alle gut über 7000m hoch und schneebedeckt sind. Und ja, wir sehen von hier aus auch den Höchsten aller Hohen, den Berg aller Berge, den unerreichten Mount Everest. Allerdings nur mit Hilfe des Guides und auch mit dessen Hilfe nur sehr schwer. In sehr weiter Entfernung ist die Spitze gerade so erkennbar, jedoch nicht wirklich gut, da es eben nicht der höchste Punkt am Horizont ist. Die weiter vorne liegenden Berge wirken optisch einfach größer. Trotzdem ein traumhafter Ausblick auf diese grandiosen Gebirgsketten im kleinen Nepal.

Nachdem sich dieser Anblick ein wenig gesetzt hat, setzen wir unsere Reise fort. Es geht doch noch ein gutes Stück steil bergab, oh je, ja genau, was wir nun bergab gehen, müssen wir aller Wahrscheinlichkeit nachher wieder bergauf gehen. 🙂 Aber so ist das eben in den Bergen. Den dichten Regenwald haben wir hinter uns gelassen und wir haben einfach grandioses Panorama in jeglichen Himmelsrichtungen. Das entschädigt für so einiges! Ein letzter gewaltiger Anstieg und wir haben Nagarkot erreicht. Leider wird es zunehmend bewölkt und wir haben von hier keine freie Sicht mehr auf den Mount Everest. Wir speisen noch zu Abend, unterhalten uns noch nett mit einer dänischen Familie, die in Quatar lebt und gehen bald erschöpft und mit sagenhaften, bleibenden Bildern aus Nepal im Kopf, zu Bett.

Unser Fahrer erwartet uns am darauffolgenden Morgen hier in Nagarkot und fährt uns sicher zurück nach Kathmandu. Heute steht noch etwas Kultur an bevor wir abends die Reise in Richtung Manila, Philippinen antreten. Der Fahrer lässt uns in der Nähe des Durbar Square aussteigen und wir nehmen uns ein wenig Zeit zwischen dieser Ansammlung von Tempeln und Pagoden durchzulaufen. Aber auch hier wird deutlich, welchen Schaden das Erdbeben hinterlassen hat. Viele Gebäude stehen etwas schief, werden gestützt oder renoviert. Der Durbar Square ist der Platz vor dem alten königlichen Palast des Kathmanduischen Königreichs, welcher von mehr als 50 Pagoden, Tempeln und Palästen umgeben war. Das Erdbeben hat davon aber leider viele stark beschädigt oder sogar komplett zerstört. Anschließend besichtigen wir noch den Monkey Temple, welcher etwas erhöht über der Stadt liegt und eine gigantische Aussicht über die Stadt selbst und das gesamte Kathmandu-Tal bietet. Traumhaft! Außerdem gibt es hier natürlich viele Affen zu sehen, wie der Name bereits verrät. Der Tempel ist allein schon aufgrund der wundervollen Aussicht einen Besuch wert.

Wir essen in Kathmandu noch zu Mittag und stöbern ein, zwei Stunden in den Läden bevor wir zum Flughafen gebracht werden. Viel zu kurz war der Aufenthalt hier und vor allem viel zu schnell vorbei. Nichtsdestotrotz hatten wir eine wundervolle Zeit in Nepal. Dieses Land hat so viel zu bieten, vor allem aber natürlich für Wanderbegeisterte und Naturverbundene. Diese Berglandschaften sind einfach atemberaubend, unbeschreiblich und unerreicht. Sagenhaft und definitiv einzigartig auf diesem Planeten.

 

 

English part:

Next stop: Nepal! We arrive at Nepal in the early afternoon and take a taxi to the hotel which is located in Thamel. Thamel is probably the busiest and most touristic part of Kathmandu. There are many small shops where you can buy nearly everything. But especially outdoor clothes and gear, souvenirs, scarfs as well as jewellery. So there is a lot to see for the rest of this day. But first we go to a travel agency, looking for a tour, so that we can use our short time here as good as possible. Our very individual tour is going to start tomorrow morning, three days, two nights and ending with the drop off at the airport.

Our tour starts at 7.00 a.m. and two guys, a driver and a guide, pick us up at the hotel. We are driving maybe half an hour to a village called Sundarijal, where our hiking trip starts. First it goes straight up through a tropical forest along a river and maybe after approximately 10 minutes we pass an amazing waterfall and see a monkey sitting on a rock. I’m asking myself why cannot every hiking tour start like this? 🙂 After some time, the landscape is changing, no more trees, but instead a beautiful view over many rice fields which we are also passing. We arrive at a small village where we make a break, because it is the last possibility to buy some cold drinks or eat something for maybe three hours. Our day target is a village called Chisapani which is around twelve kilometres from Sundarijal and located at 2100m above sea level. Our tour started at 1400m above sea level, so we have to manage a lot of altitude difference today. After our break the trek is further going up. Now there are steps made out of stone and it seems that they are never ending. But fortunately we arrive at Chisapani at noontime after thousands of steps which we have beaten. Here we become aware of what horrible damage the earthquake in April and May 2015 caused. Our guide told us that there was around 15-20 hotels or guesthouses in Chisapani before, now there are only four and some of them with less floors. Some of the damaged hotels are still standing there, but very aslope and it looks like they could overturn every second. Scary!

We have lunch and after that we enjoy the rest of the day with walking around, starring at this unbelievable view and relaxing. There are so many mountains around us. That is so amazing.

We get up very early on this morning because we won’t miss the sunrise. Big advantage for us, we can see the sunrise from our beds in the guesthouse. 🙂 After breakfast we are ready for today’s hiking trip. Today we have to hike more distance and less altitude. Our target is approximately 18 kilometres from Chisapani and called Nagarkot. Nagarkot is very popular because it is not far from Kathmandu and if you have clear view it is possible to see the Mount Everest. That is why we are here, we want to see the highest of all high mountains. 🙂 The trek starts close to the mountain edge and we have a wonderful view. Afterwards we walk across very tight rain forest which is breath-taking. I have the feeling that the world is breathing here, so amazing! And then, it happens, the rainforest is ending and we see an absolutely massive, gorgeous mountain range afield from our place. It is so stunning! Somewhere between these other very high mountains and with the help of our guide we can espy the Mount Everest. But from here it doesn’t look as the highest mountain on earth because the other surrounding mountains are closer to us and also very high. But this view is so amazing!

After this great experience we hike further to Nagarkot and arrive there in the evening. It’s now a bit cloudy, so, unfortunately we cannot see the Everest from here, but the view around Nagarkot is also worth seeing. 🙂

On the next day our driver picks us up in Nagarkot and drives us back to Kathmandu where we experience a bit of Kathmandu’s culture. First we go to Durbar Square which is the place in front of the old royal palace of the former Kathmandu Kingdom and which is surrounded of many palaces and temples. Unfortunately, several buildings in the Square collapsed due to the major earthquake in 2015. After visiting the Square we are going to the Monkey Temple which is an ancient religious architecture atop a hill from where you can see the whole Kathmandu valley. So impressive! Also there are many monkeys to see. This is definitely the reason why it is called Monkey Temple. 🙂

Altogether I absolutely recommend to everyone, especially to guys who like hiking and the nature, go to Nepal. Nepal and his nature are so fascinating and unbelievably beautiful. You have to go there! Everything said!

 

 

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