„An der Copacabana den WM Titel gefeiert.“


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Mein guter Freund Pepper hat eine richtig gute Reise durch die USA und S├╝damerika unternommen. Er war unter anderem in Kolumbien, Ecuador und w├Ąhrend der WM in Brasilien. Dort hat er das WM Finale erlebt und den deutschen Sieg gefeiert. Die ganze Reise war sehr spontan, aber ein richtiges Abenteuer. Im Interview erz├Ąhlt er von seiner Reise und steht Rede und Antwort. Lest selbst …

 

Mathias: Erz├Ąhl bitte einfach ganz ungezwungen von deiner Reise.

Pepper: Ich hatte vorab nur einen Flug gebucht, nur den Hinflug nach L.A., sonst wurde alles komplett spontan geregelt. Also alles was ich danach noch machen und anschauen wollte, auch die weiteren Fl├╝ge, wurde vor Ort geregelt.
L.A. war ok, leider nicht mehr, nur eine gro├če Stadt meiner Meinung nach. Gibt nicht allzu viel zu sehen.

Mathias: Hast du nicht viel angeschaut oder gibt es nicht viel anzuschauen?

Pepper: Die Stadt ist einfach viel zu gro├č, um irgendwie von A nach B zu kommen. Hollywood ist ÔÇ×nice to seeÔÇť f├╝r einmal, mehr aber nicht. Ansonsten gibt es wenig gro├čartige Sehensw├╝rdigkeiten. Hollywood war jedoch schon recht sch├Ân.
Die weitere Reise ging dann nach San Francisco. Die beste Stadt in der ich in den USA war. Dort gibtÔÇÖs die meisten Sehensw├╝rdigkeiten, allerdings relativ teuer, auch das Nachtleben.

Mathias: Beste Sehensw├╝rdigkeit?

Pepper: Golden Gate Bridge. Das bekannte Gef├Ąngnis Alcatraz habe ich nicht gesehen, deswegen gehe ich vielleicht nochmal dorthin. War insgesamt auch von der Stadt her ├╝berragend.
Danach war ich dann noch in Las Vegas. Die Stadt ist auch f├╝r einmal ganz sch├Ân, weil alles typisch amerikanisch, richtig ├╝bertrieben ist. Alle Leute, die ich bisher getroffen habe, waren ├╝berragend.

Mathias: Wie hast du die Leute so kennengelernt?

Pepper: Alle ├╝ber Couchsurfing, bis auf Richie aus San Francisco durch einen ungl├╝cklichen Zufall, der aber gut f├╝r mich ausging. Einfach dort angeschrieben. Aber zur├╝ck zur Reise. Mein Highlight in Las Vegas war insgesamt der Grand Canyon National Park. Sowas sieht man vielleicht nur einmal im Leben.
Dann war ich noch 2 Tage in New York. Zu kurz f├╝r diese Stadt, aber da die Fl├╝ge von der Ostk├╝ste billiger als von der Westk├╝ste nach S├╝damerika waren, bin ich eben noch nach New York gegangen.

Mathias: Also war New York nur eine Art Zwischenstopp f├╝r dich?

Pepper: Ja, genau. Und das Bl├Âde war, in New York war gerade Memorial Day. Leider war die Stadt deshalb komplett ├╝berlaufen. Somit habe ich nicht allzu viel angeschaut, au├čer die typischen Hochh├Ąuser, den Central Park, das Chrysler Building, das neue World Trade Center und die Liberty Island aus gro├čer Entfernung.
Danach ging es nach Ecuador, weil die Fl├╝ge dorthin am g├╝nstigsten waren, im Vergleich zu allen anderen s├╝damerikanischen Staaten, vielleicht, weil die die gleiche W├Ąhrung wie die Amerikaner haben, den Dollar.

Mathias: Also hast du dein n├Ąchstes Reiseziel wieder nur auf Grund des g├╝nstigen Fluges gew├Ąhlt?

Pepper: Ja, richtig. Dann ging es also nach Quito, das ist eine richtig coole Stadt. Tolles Flair, komplett anders als in den USA. So konnte ich in das s├╝damerikanische Flair eintauchen.

Mathias: Was ist das besondere an diesem Flair?

Pepper: Da l├Ąsst sich keiner aus der Ruhe bringen. Auto fahren ist beispielsweise eine Sache f├╝r sich. Da ist es egal, wie das Auto aussieht. Wenn man mal ein anderes Auto anrempelt, f├Ąhrt man trotzdem weiter. Die Leute sind total nett. Allerdings ist es auch viel gef├Ąhrlicher als anderswo.
Dort gab es total viel zu sehen. Highlight war hier eine Laguna, die 4h entfernt war. Dort habe ich ├╝berragende Bilder gemacht. Die Laguna nennt sich Quilotoa. Galapagos Inseln konnte ich leider nicht machen. Deswegen gehe ich vermutlich auch nochmal nach Ecuador.

Mathias: Also machst du irgendwann praktisch die gleiche Reise nochmal?

Pepper: Nicht ganz, nein. Aber relativ ├Ąhnlich bzw. mit Mexiko, Chile und Argentinien.

Mathias: Wie lange warst du denn in Quito und Ecuador?

Pepper: In Quito war ich 6 Tage, in Ecuador etwa 14 Tage. Ich war noch im Regenwald. Das war eine tolle Erfahrung. Man sollte allerdings immer sein Gep├Ąck vor Feuchtigkeit sch├╝tzen. Sonst wird, wie bei mir, alles nass.

Mathias: Warst du im Regenwald mit einer Gruppe unterwegs?

Pepper: Ja, mit einer unbekannten Gruppe. Das waren 6 D├Ąninnen, die waren ganz nett. Und die M├Ądels in Ecuador sind auch ganz ok.
Ausgangspunkt f├╝r die Tour war Ba├▒os, von dort habe ich die Amazonas Tour gebucht. In Ba├▒os habe ich allerdings nicht so viel gemacht. Da hat es zwei Tage wie aus Eimern gesch├╝ttet.

Mathias: Was hast du bei der Amazonas Tour alles erlebt?

Pepper: Dort habe ich total viele Tiere gesehen, Affen, Anacondas, Caymane, pinke Delphine, ÔÇŽjede Menge Spinnen und ich habe eine Nachtwanderung gemacht. Was mich pers├Ânlich etwas gest├Ârt hat: Sachen, die einmal nass waren, blieben bis zum Ende der Tour nass, da die Luftfeuchtigkeit so hoch ist und nichts trocknet. Au├čerdem haben mir die Malaria Tabletten etwas zugesetzt.

Mathias: Wieso Malaria Tabletten?

Pepper: Beim ersten Mal war ich total weg, wie wenn ich Dope genommen h├Ątte. Diese habe ich genommen, weil mittleres Risiko f├╝r Malaria bestand.
Im Anschluss daran bin ich nach Kolumbien. F├╝r mich war dies mit Brasilien das beste Land in S├╝damerika.

Mathias: Wieso bist du nach Kolumbien, lag das wieder an den Flugpreisen?

Pepper: Ja, unter anderem schon, aber auch da dort mein Reisepartner einen ehemaligen Kommilitonen besuchen wollte. Der Flug nach Cali hat au├čerdem nur 120 Euro gekostet. Cali ist die drittgr├Â├čte Stadt, ist allerdings nicht so besonders sch├Ân. Kolumbianer sind oftmals auf Gringos aus, die Geld haben. Man sollte beispielsweise bei den Taxi-Fahrern aufpassen.
In Cali war ich 4-5 Tage, dort habe ich das Nachtleben genossen. Dann bin ich nach Salento, das ist ein Ort in der Kaffee Region. Im Anschluss daran war ich alleine unterwegs. Die Kaffee Region war sehr sch├Ân, eine tolle Erfahrung dies zu sehen. Kann ich auch weiterempfehlen.
Danach ging es nach Cartagena, ganz im Norden an die K├╝ste. Dies waren allerdings 22 Stunden Busfahrt.

Mathias: Wie war die Busfahrt?

Pepper: ├ťberragend, der Bus ist nat├╝rlich einmal kaputt gegangen. Dann hat der Busfahrer diesen selbst repariert, dort kam kein Kundendienst oder sowas in der Art. Die Klimaanlage war so verdammt kalt, bei 40 Grad Au├čentemperatur, so dass ich am liebsten eine Winterjacke an gehabt h├Ątte.
Danach war ich in Cartagena, alleine. Dann war das Problem, dass genau zu diesem Zeitpunkt die WM losgegangen ist. Ab sofort habe ich dann nicht mehr so viel gesehen. Mein Weg war dann meist nur noch vom Hotel in die Bar und erst nach den drei Spielen wieder raus. Am Abend war ich dann mit Brasilianern unterwegs. Einen ├ťberblick ├╝ber die Stadt habe ich mir aber schon mit diesen geholt. Vielleicht komme ich ja nochmal.
Danach war ich in Medellin, die ehemals gef├Ąhrlichste Stadt der Welt. Um ehrlich zu sein, gibt es von dort auch kein einziges Bild. Dort habe ich fast nur Fu├čball geschaut und war mit Einheimischen in der Bar.

Mathias: Hast du von der Gef├Ąhrlichkeit der Stadt etwas gesp├╝rt oder hast du davon gar nichts mitbekommen?

Pepper: Manchmal war ich nachts auch alleine unterwegs. Man sollte nat├╝rlich nicht jedem trauen, meistens sieht man es den Leuten irgendwie an. Im Normalfall hatte ich keine Angst.
Danach ging es dann in das absolute Highlight Land, nach Brasilien. Zuerst nach Fortaleza, weil dort Deutschland gespielt hat. Das Spiel habe ich dann live im Stadion angeschaut. Davor war ich bereits um 8 Uhr morgens am Strand mit dem Strandbuggy unterwegs bei tiefblauem Meer. Das war der beste Tag an der ganzen Tour. Dort war ich mit meinem Couchsurfing Partner und Christoph am Strand, mit seiner ganzen Familie.
Im Stadion war dann eine tolle Stimmung und wir haben ein tolles und spannendes Spiel erlebt.

Mathias: War die Stimmung irgendwie anders als in einem deutschen Stadion?

Pepper: Ja, es waren in fast jedem Spiel relativ viele Brasilianer. Deswegen haben diese meist den ÔÇ×UnderdogÔÇť angefeuert. Und sie hatten Angst vor Deutschland. Wie sich sp├Ąter herausstellte, auch zu Recht.
Dann bin ich mit Christoph nach Salvador zu Nelson, den ich in Cartagena kennengelernt habe. Kann ich sehr empfehlen, ist eine tolle Stadt. 80% der Bev├Âlkerung ist dort dunkelh├Ąutig, normal ist das etwas anders in Brasilien.
Danach bin ich nach Sao Paolo und habe bei Claudio ├╝bernachtet, den ich in Cartagena kennen gelernt hatte. Dort habe ich nicht allzu viel von der Stadt gesehen. Die Stadt ist viel zu gro├č und auch die Bewohner sagen angeblich, dass es nicht so viel zu sehen gibt.
In Sao Paolo habe ich die Villa Madaleina kennengelernt, die Partymeile der Stadt. Dort kann man das wahre Gesicht der Brasilianer erleben. Man trifft auch verr├╝ckte Leute und verr├╝ckte Frauen.

Mathias: Warum verr├╝ckte Frauen, verr├╝ckte Leute? Was ist passiert?

Pepper: Wenn man eine helle Hautfarbe hat, dann ist man meist sehr begehrt. Viele wollen einen gleich k├╝ssen.
Deutschland ist zu der Zeit auch ins Halbfinale eingezogen und hat gegen Frankreich gewonnen.
Dann kam die Highlight Stadt meiner Reise, die Stadt der St├Ądte, Rio de Janeiro.

Mathias: Wie bist du dorthin ├╝berhaupt gekommen?

Pepper: Mit dem Bus in 6 Stunden, die Stra├če ist dort relativ gut und die Fahrt war angenehm. Die Stra├čen in S├╝damerika sind normal in einem schlechten Zustand. In Ecuador gab es Schlagl├Âcher bis zu 50 cm. In Bolivien sind die meisten Stra├čen wie die Feldwege bei uns.
In Rio habe ich dann das ├╝berragende Halbfinale in einer brasilianischen Bar angeschaut. Dort habe ich mir nach dem guten Ergebnis nicht mehr viele Freunde gemacht.

Mathias: So wie ich dich kenne, hast du bei jedem Tor extra laut gejubelt und sch├Ân provoziert?

Pepper: Ja, richtig. Ich habe mit ausgebreiteten Armen den sechsten Treffer wie Ibra bejubelt. Nat├╝rlich im Deutschland Trikot. Gesehen habe ich in der Stadt relativ viel. Vor allem die Christus Statue und der Sugar Loaf sind eine Reise wert.

Mathias: Was ist der Sugar Loaf (Zuckerhut)?

Pepper: Das sind die zwei bekannten Berge. Dort kann man entweder hinauf wandern oder mit der Gondel fahren. Der James Bond mit dem Bei├čer spielt auch dort.
An der Copacabana habe ich den WM Titel gefeiert. Vor dem Spiel habe ich mich noch mit zwei Argentiniern angefreundet, die auch in meinem Hostel geschlafen haben und ich bin auf den Geschmack von Fernet Branca gekommen. Nach dem Finale war einfach alles ├╝berragend!

Mathias: Wo hast du denn das Finale genau angeschaut?

Pepper: An der Copacabana, allerdings nicht direkt am Fan Fest, denn das war hoffnungslos ├╝berlaufen. Das war bereits 7h vor Spielbeginn ├╝berf├╝llt und geschlossen, 22.000 Leute. Ich war dann neben dem Fan Fest gestanden. Die Stimmung habe ich trotzdem gesp├╝rt. Gef├╝hlt waren 100.000 Argentinier in der Stadt. Ich jubelte trotzdem lauthals.

Mathias: F├╝r wen waren die Brasilianer?

Pepper: Nat├╝rlich f├╝r Deutschland, da Argentinien deren Erzfeind ist.
Danach war die WM leider vorbei, ich habe das erst mal mit einem traurigen Auge gesehen. Dann habe ich allerdings die Gunst der Stunde genutzt und habe fast alles in der Stadt besichtigt, es gibt unheimlich viel. Meist war ich dort mit zwei Bekannten jeden Tag unterwegs, darunter auch eine Insiderin. Mein Hostel war in einem Favela (Armenviertel, Slum), das war allerdings ganz ok. Die Leute dort waren ganz nett und ich hatte auch keine Angst. Es gibt aber schon heftigere Favelas, zum Beispiel das Favela Alema├Á, also das ÔÇ×deutsche FavelaÔÇť. Das ist schon gef├Ąhrlich. Hat aber nichts mit Deutschen an sich zu tun.
Rio war einfach die Stadt der St├Ądte. An der Copacabana habe ich mit so vielen Nationen Fu├čball gespielt, das war einfach ├╝berragend. Insgesamt habe ich w├Ąhrend meiner Reise so viele unterschiedliche Nationalit├Ąten getroffen, da war bestimmt von A wie Australien bis Z wie Zimbabwe fast alles dabei. Dies war auch beg├╝nstigt von der WM, aber nicht nur.
Rio musste ich dann schweren Herzens verlassen, um noch ein paar Tage in La Paz, in Bolivien zu bleiben. Das war auch das ├Ąrmste Land in S├╝damerika.

Mathias: Warum bist du nach Bolivien?

Pepper: Weil ich meinen Heimflug von dort aus hatte, also von La Paz. Der Flug von dort hatte mit Umwegen nur 450 Euro nach Deutschland gekostet. Ich w├Ąre gerne noch l├Ąnger in Bolivien geblieben. Ich h├Ątte gerne noch die Salzw├╝ste dort gesehen. Aber es gibt wahrscheinlich ja auch noch eine zweite Reise, dann kann ich das da anschauen.
Abschlie├čend kann Bolivien nat├╝rlich nicht so viel bieten wie Brasilien. Es ist dennoch f├╝r so ca. 2 Wochen durchaus sehenswert. Das generelle Problem in S├╝damerika ist es, von A nach B zu kommen. Meist sind keine Z├╝ge vorhanden. U-Bahnen sind nur in den riesigen St├Ądten und meist nur in Brasilien oder Argentinien vorhanden. Oftmals stecken die Gro├čst├Ądte im Verkehrschaos.

Mathias: Wie reisen die meisten Einheimischen dort?

Pepper: Meist mit Bussen. Die Einheimischen in Brasilien reisen oftmals mit dem Auto. In Bolivien ist die Bev├Âlkerung etwas ├Ąrmer und f├Ąhrt in Bussen in ├Ąu├čert schlechtem Zustand. Trotzdem war Bolivien die drei Tage eine Reise wert. Es war allerdings richtig kalt, ich bin dort auch etwas krank geworden.
Ich w├╝rde raten, mit einem Kumpel zu reisen, aber sich irgendwann zu trennen. Sonst kann es sein, dass man sich irgendwann etwas auf die Nerven geht.

Mathias: Hat es generell viele Vorteile deiner Meinung nach zu zweit zu reisen?

Pepper: Vorteile hat es diesbez├╝glich, dass man immer einen Ansprechpartner hat, f├╝hlt sich nicht alleine und wird nicht zu leicht ├╝berfordert, wenn man nichts versteht oder in gef├Ąhrliche Situationen kommt. Vielleicht haben beide auch unterschiedliche Sprachkenntnisse und daraus ergeben sich Vorteile.

Mathias: Stichwort Sprache: Du hast ja sehr gute Englischkenntnisse und in Spanisch Grundkenntnisse. Wie bist du mit der Sprache zu Recht gekommen und wie w├╝rde man ohne ausl├Ąndische Sprachkenntnisse ├╝ber die Runden kommen?

Pepper: Zu Beginn in den USA nat├╝rlich mit Englisch, das stellte relativ wenig Probleme dar. Mein Spanisch konnte ich dann schnell verbessern. Der Einstieg in Ecuador war anfangs sehr schwierig, aber nach 2-3 Wochen hat sich das Ganze dann akklimatisiert. So waren schon Smalltalks m├Âglich. In Kolumbien war dann der Dialekt sehr schwierig und es gab einige Sprachprobleme. Die Einheimischen haben sich aber meist bem├╝ht langsam zu sprechen.
In Brasilien sagte man mir, dass man mit Spanisch weit kommt. Dies war meiner Meinung nach allerdings ein Trugschluss. Die haben mich nicht verstanden, wenn ich spanisch sprach. Portugiesisch w├Ąre schon von Vorteil. Dort ist aber auch der englischsprachige Anteil an Leuten auch wesentlich h├Âher. In den gro├čen St├Ądten sprechen vielleicht auch mehr Leute Englisch als in Deutschland. Dort kommt man schon mit geringen Sprachkenntnissen relativ weit.

Mathias: Wie war eigentlich generell so das Preisniveau und was hast du f├╝r deine Reise bezahlt?

Pepper: Also insgesamt habe ich f├╝r meine 11 Wochen mit allem Drum und Dran 5500 Euro gebraucht. Das finde ich auf den ersten Blick viel, aber wenn man bedenkt, dass ich insgesamt mit Umsteigen 17 Fl├╝ge hatte, auch die Unterk├╝nfte und das Essen und Trinken dabei war, dann waren 5500 nicht mal so viel. Ein Teil des Geldes ist bereits zu Beginn in den USA, speziell in Las Vegas drauf gegangen. Dort war das Weggehen verdammt teuer, jedoch das Essen, meist Buffet, auch in bekannten Casinos, wie dem Bellagio oder dem Luxor, recht billig.
Innerhalb S├╝damerikas waren Ecuador und Bolivien relativ g├╝nstig. Beispielsweise kostet ein Mittagsmen├╝ mit Vor- und Nachspeise, Rinderfilet, Obstsalat usw. zusammen ca. 4 Euro. Das gleiche w├╝rde in Deutschland wahrscheinlich 18 Euro oder mehr kosten. Brasilien war in S├╝damerika das teuerste Land. Dennoch deutlich g├╝nstiger als in den USA.

Mathias: Ganz zum Schluss, deine drei Highlights der ganzen Reise?

Pepper: Ok, meine drei, oder ne, vier Highlights der Reise. Ist nicht geordnet, einfach so.
Highlight Nr. 1, Laguna Quilotoa in Ecuador, Quito. Eine bombastische Aussicht, h├Ątte ich nie erwartet. Der Anblick war einfach ├╝berw├Ąltigend.
Highlight Nr. 2: Auf alle F├Ąlle Fortaleza, der Tag an dem ich zuerst am Strand mit dem Strandbuggy gefahren bin und aus Kokosn├╝ssen getrunken habe. Dann mit dem Spiel Deutschland gegen Ghana im Stadion, das war der beste einzelne Tag meiner ganzen Reise.
Highlight Nr. 3: Rio. Hat auch wieder mit Fu├čball zu tun. Das WM Finale Deutschland – Argentinien, genauso wie das 7-1 gegen Brasilien. Die Stimmung war einfach ├╝berragend. Der WM Titel ist schon nochmal etwas h├Âher einzuordnen. Das hat jetzt alles viel mit Fu├čball zu tun. Genau wie das N├Ąchste.
Highlight Nr. 4: Deutschland gegen Frankreich. Als Fan, wie ich es bin, ist das einfach normal. Mit der Dreier-WG, wo ich wohnte habe ich so viele geile Tage in Sao Paolo erlebt.
Highlight in den USA war San Francisco. Die Stadt ist richtig sch├Ân, aber auch bisschen teuer.

Mathias: Als Hintergrund, wie bist du eigentlich ├╝berhaupt auf das Reisen bzw. diese Reise gekommen? Was war deine Motivation?

Pepper: Motivation war, um dir es zu beweisen. Nein, nat├╝rlich nicht. Ich habe mir mit 19 einmal in den Kopf gesetzt, nach S├╝damerika zu gehen. Warum genau, wei├č ich jetzt gar nicht mehr. Auf meiner ÔÇ×ListeÔÇť habe ich noch ganz viele andere Sachen darauf stehen, wie z. B. Island Tour oder Hamburg erleben. Obwohl ich aus Deutschland komme, bin ich noch nicht viel weiter als Stuttgart oder Dortmund gekommen. N├Ârdlicher war ich noch nicht. Aber auf S├╝damerika bin ich dann drauf gekommen, da ich mit zwei Kumpels beim Kegeln war und wir haben so gescherzt, dass wir zur WM nach Brasilien fahren sollten. So mit ein paar Bier war das nat├╝rlich leicht daher geredet. Am n├Ąchsten Tag wussten wir nicht mehr alle Details.
Irgendwann hat sich das dann einfach verlaufen. Am 8. Mai war unser Abflugtag. Zwei Wochen davor hat mich einer der Kumpels angerufen: ÔÇ×Hey, wie siehts jetzt aus, machen wir jetzt die Reise?ÔÇť Ich war dann etwas ├╝berrollt, aber nicht abgeneigt. Ich dachte noch, zwei Wochen sind ausreichend, um alles zu organisieren und sagte zu. Aber das war dann doch alles ziemlich knapp. Vielleicht hat gerade das den Kick ausgemacht. Bisschen mehr Vorbereitungszeit w├Ąre schon gut gewesen, k├Ânnte man bisschen Geld sparen. Ich hatte noch keine Kreditkarte, keine Impfungen und keinen Plan, wohin es ├╝berhaupt genau gehen soll. Flug nat├╝rlich nicht, eigentlich gar nichts. Zuf├Ąllig hatte ein anderer Kumpel noch Tickets f├╝r das Spiel Deutschland gegen Ghana und hat mir diese verkauft.

Mathias: Man sp├╝rt so richtig das Reisefieber aus dir heraus. Du hast doch bestimmt schon Pl├Ąne f├╝r deine n├Ąchste Reise, oder?

Pepper: Allerdings. Ich habe so viele verschiedene Leute kennengelernt und wurde zu so vielen Leuten eingeladen. Beispielsweise nach Mosambique, nach Neuseeland, nach Australien, halb Europa und nach Mexiko. Vielleicht wird Mexiko mein n├Ąchstes Reiseziel, das ist sicherlich eine Reise wert. Dort gibt es allerdings auch gef├Ąhrliche Staaten, die man meiden sollte. Vermutlich werde ich von dort meinen Trip starten. Am Anfang eine Zeit in Mexiko, dann weiter nach S├╝den ├╝ber Nicaragua, Honduras, Belize nach Costa Rica. Oder eine kleine Karibikrundreise, das ist Option B momentan. Sowas wie Bahamas, Jamaika, Puerto Rico, und die ganzen Inseln. In 5 Tagen sollten die kleinen Inseln jeweils schon zu schaffen sein. Eventuell m├Âchte ich den Trip alleine machen, um sehr flexibel zu sein. Das ├╝berlege ich mir aber noch.

Mathias: Vielen Dank f├╝r alles, bist ein klasse Typ!

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