Ruta Puuc – Von vermissten Gegenständen, Orangen und brennenden Stieren


      Keine Kommentare       Mathias       AllgemeinMexikoReise-Berichte      


Das Zentrum von Yucatan bietet einiges. Viele der großen Tourigruppen lassen diesen wunderbaren Flecken aus, aber wir nicht. Wir entdecken die tollen kleineren Ruinen, besondere Plätze, wunderbare Höhlensysteme und am Ende nochmal ein richtig verrücktes Highlight! 🙂

Unsere Tour startet heute von Merida und wir fahren die Ruta Puuc entlang. Diese Straße verbindet viele der Maya Ruinen und bietet massig Sehenswürdigkeiten. Unser erster Stopp ist Uxmal. Uxmal ist eine richtig tolle Anlage im Dschungel. Wenig touristisch und trotzdem massig zu entdecken. Im Zentrum der Anlage steht die riesige „Pyramide des Zauberers“, die im Gegensatz zu Chichen Itza nicht ganz eckig, sondern abgerundet ist. Die Höhe und die Verzierungen sind sehr beeindruckend. Die Stadt hatte ihren Höhepunkt im 9. und 10. Jahrhundert. Zwei Jahrhunderte später war aber wohl niemand mehr hier, schon merkwürdig. Die Anlage hat viele Tempel, Pyramiden und Gebäude. Wir besteigen einen, den Gouverneurspalast und haben von diesem eine richtig gute Aussicht auf die Pyramide, den Dschungel und die anderen Gebäude. Beeindruckend! Uxmal ist mittlerweile auch UNESCO Weltkulturerbe und wurde wie Chichen Itza zu den besonders schützenswerten Gebäuden während Konflikten aufgenommen.

Die Ruta Puuc hält viele Maya Stätten bereit, die wirklich sehenswert sind. Wir fahren als nächstes nach Kabah bzw. zu dessen Maya Stätte. Das Gelände ist von der Fläche nicht so groß wie die anderen Anlagen und wenig touristisch. Die Bauten stammen aus dem 6. bis 9. Jahrhundert und bereits bei der Ankunft der Spanier hier, war die Anlage verlassen. Das bekannteste Gebäude ist der 45m lange Maskenpalast. Auf ihm erkennt man viele Bildnisse, die einen nicht vorstellbaren Aufwand zur Herstellung darstellen mussten. An einem anderen Gebäude fällt die aus Stein gehauene Königsfigur auf, die an der Wand thront. Die Anlage ist sehr schön gelegen und beherbergt neben den archäologischen Sehenswürdigkeiten auch noch Orangenbäume. Wir nehmen ein kleines Souvenir von dort mit. 🙂 Die Anlage ist so sehenswert, dass wir uns entscheiden, am Ende nochmals eine ganze Tour zu drehen. Eigentlich haben wir die Verschlusskappe der Kamera „vermisst“. Also nochmals die Tempel rauf, runter, kreuz und quer. Als wir frustriert den Weg zum Ausgang angetreten haben, frägt Kerstin noch beim Pförtner nach der Kappe und tada – magic – er zaubert die Kappe hervor. Danke an die Ehrlichkeit dieser Leute!

Neben Uxmal und Kabah gibt es noch viele weitere Maya Stätten hier entlang der Straße zu entdecken. Wir nehmen uns als letzte Station heute noch aber etwas anderes vor und gehen unter die Erde. Wir besuchen die Höhlen von Loltun. Wir kommen kurz vor knapp an und dürfen gerade noch so die Höhlen besichtigen. Hierfür braucht man aber zwingend einen Guide. Unser Mann heißt Bernardinho und ist ein ziemlich witziger Typ. Wir lernen sehr viel über die Höhlen, sehen Höhlenmalereien, beeindruckende Felsformationen und eindrucksvolle Eindrücke. Die meisten Räume oder Gänge sind künstlich beleuchtet und sehen sehr impulsant aus. Eines der Highlights ist ein Raum, der die Catedral genannt wird. Dieser ist 60m lang und relativ flach. Dort gibt es zwei ganz dünne Felsen, die optisch eher an Orgelpfeifen erinnern. Der Guide schlägt mit der Faust erst gegen den linken Felsen, dann den rechten Felsen. Die Felsen geben Musik wieder! Woah, beeindruckend. Von dieser Musik haben die Höhlen den Namen. Und tatsächlich, hört man genau hin, hört man es: „Lol — tun“. Laut Kerstin ist dies eine reine Quinte. 🙂

Abends beziehen wir unsere Unterkunft im kleinen Santa Elena. Die Unterkunft ist etwas ganz besonders. Von der Bewertung bei Booking ist dies vermutlich die beste Unterkunft, in der ich jemals war. „The Pickled Onion“ hat eine Bewertung von 9,4 bei über 600 Bewertungen. Die Gastgeberin namens Vicky (aus England) hat sich hier ein neues Leben aufgebaut und eine beeindruckende Geschichte hinter sich bzw. zu erzählen. Wir haben einen eigenen Bungalow und fühlen uns sehr wohl. Beim Abendessen erzählt Vicky den Gästen noch, dass im Ort Santa Elena derzeit das Matthäus Fest gefeiert wird und es dort jeden Abend ein Feuerwerk gibt. So wissen wir schon, was wir heute Abend noch machen.

Wir machen uns also auf in das kleine Örtchen und kommen an der Kirche heraus. Der Gebäude sieht von der Seite eher aus wie eine riesige Turnhalle und hat seine besten Jahre eindeutig schon hinter sich. Innen ist die Kirche vom Gebäude schon eher wie eine Kirche, aber vom dekadenten Schmuck und den Verzierungen im Innern fehlt jede Spur. Vor der Kirche versammeln sich Musiker und alle paar Minuten wird eine einzelne Rakete abgefeuert. Zum Spaß sagen wir, mit einer Feuerwerkpackung aus einem deutschen Supermarkt wäre man hier der König. Wir werden aber eines besseren belehrt. 🙂

Das Fest auf dem Marktplatz gleicht eher einem Jahrmarkt, hier gibt es ein Karussell, einige Wurfbuden und wenige Imbissbuden. Wir sitzen gemütlich auf der Treppe und beobachten das bunte Treiben hier. Immer wieder versammeln sich Leute um eine Wurfbude, wenn gerade einer sein Glück versucht. Irgendwann tragen mehrere Leute eine Metallkonstruktion herbei, die wie ein Bulle aussieht. Wieder versammeln sich massig Leute drum herum, wir in sicherer Entfernung (was sich als clever herausstellt). Ein Mann klettert unter den Bullen und irgendwie drängen sich die Leute noch dichter. Es wird hell und der Bulle leuchtet grell. Der „Bullenmann“ rennt mit dem Bullen auf dem Rücken den Marktplatz auf und ab, die Leute rennen vor ihm weg. Warum? Der Bulle ist komplett mit Raketen bestückt und diese fliegen wahllos durch die Gegend. Ein riesiges Spektakel! Die Budenbesitzer wussten natürlich schon was kommt und haben all ihre Stände vorher abgedeckt. Die Raketen fliegen kreuz und quer, die Leute haben massig Spaß und flüchten vor dem Bullen. Wir haben massig Spaß auf der Treppe und amüsieren uns köstlich. Das ganze Event wird übrigens „Torro de fuego“ genannt, also der Bulle des Feuers oder so in der Art. Nach einigen Minuten ist die Show leider zu Ende. Weil es so unterhaltsam war, wird der Bulle nur „nachgeladen“ und alle stellen sich zur zweiten Runde auf! Klasse Show! 🙂

 


 

English part:

One of the smaller tourist spots in Yucatan is Ruta Puuc. This is a touristic road which lots of sights next to it. We are taking this road, explore some of the ruins, one famous cave and experience the real local life at the evening! Fantastic!

The first stop on the road is Uxmal. Also it is the most famous ruin along the road. The central building is a huge pyramid. Unlikely Chichen Itza the pyramid is more round than cornered. The site is beautiful surrounded by the jungle. This is really interesting scenery. Uxmal is UNESCO world cultural heritage. I think this place is worth to visit.

Our next stop is the site Kabah. This site is smaller than most of the other but it also has some nice places. Because the site is smaller, the entrance fee is cheaper and here are fewer tourists. The main building is the mask palace which is 45 meters long. Along the building are carved masks on the wall. This must have been tremendous lot of work, unbelievable!

After so many maya sites, we want a little variety of experiences. So we skip a few other sites and go to the caves of Loltun. They are the main caves in Yucatan and it is worth to visit them. We arrive late but luckily a guide called Bernardinho is still ready for us. Most parts of the caves are well illuminated. So the colors of the cave are very bright and stunning. The rocks are music rocks. 🙂 The guide is hitting the rocks and they play their own name “lol — tun”. Amazing!

We booked a very nice hotel in Santa Elena. A small town / village along the Ruta Puuc. The owner tells us there is some kind of festival in the city at this night. So, we have our plan for this night. The village celebrates the holy Matthew. What coincidence! The church is big, but not rich decorated like in every village in Germany. They launch fireworks every 10 minutes. To be exactly, it is only one rocket each time. We are watching the people moving around and the atmosphere. Sometime later the people carry a metal frame shaped like a bull. One man is crawling under the frame and carrying it on his back. Some other people are preparing the bull with rockets. The bull is running around and firing rockets everywhere. Nothing is safe. This is really spectacular!!! We are having such a great time enjoying the show! This was awesome!

The Ruta Puuc is a very scenic drive with lots of sights. We can really to go to Ruta Puuc. with your own car. 🙂

 

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