Ha Long Bay


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Ha Long Bay

Heute ist es also soweit, wir stechen in See, um uns die weltberĂŒhmte Ha Long Bucht anzusehen. Die Bucht ist ein Must-See von Vietnam und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

[Mathias] Die ganze Tour beginnt frĂŒh am Morgen, wir sollten um 6:45 Uhr im Hotel abgeholt werden. Der Bus kommt leider eine halbe Stunde zu spĂ€t, aber was solls. Nachdem wir noch weitere GĂ€ste abgeholt haben, erklĂ€rt uns der Guide namens Long (bedeutet Drachen) die Tour, ein paar geschichtliche HintergrĂŒnde und ein paar Sagen ĂŒber die Entstehung der Bucht. Der englische Wortschatz vom Guide ist bisher der wohl beste, die Aussprache ist wie immer (ĂŒbrigens auch fĂŒr alle anderen) schwer zu verstehen. Die Busfahrt geht dann ca. 1,5 h und dann ist ein kurzer Zwischenstopp. Angeblich, damit der Fahrer eine Pause bekommt. Wir halten aber an einem grĂ¶ĂŸeren „Einkaufszentrum“, an dem Skulpturen gefertigt werden, die man sich mit dem Schiff nach Hause schicken kann. Ansonsten gibts noch Klamotten und sonstigen Touri-Krimskram, zufĂ€llig hĂ€lt hier auch wohl jeder Bus. Wir kaufen nichts, sondern lassen nur was vor Ort (Toilette). Dann geht die Fahrt nochmals zwei Stunden, bis wir am Hafen von Ha Long ankommen.

Eine kurze Erfrischung spĂ€ter werden wir mit kleinen Booten zum großen Schiff gebracht. Die Crew stellt sich kurz vor und erklĂ€rt das weitere Vorgehen. Unsere Kabine ist absolut top, sowie das ganze Schiff einen sehr guten Eindruck macht. Insgesamt sind wohl ca. 30 Passagiere an Bord. In unserer Kabine war erst bereits eine Familie aus Singapur dabei ihre Schuhe auszuzuiehen, bis wir dazu kamen und sie feststellen mussten, dass dies Kabine 111 und nicht 110 war. War aber lustig. 🙂

Mit dem Kajak durch die Bucht

[Daniel] Nach einer ausgewogenen, mit Suppe, Salat, verschiedenen Hauptspeisen und Dessert, voll umfĂ€nglichen Mahlzeit steht auch schon der erste Programmpunkt an der Tagesordnung. Das Kayakfahren. Wie ihr sicherlich alle wisst, ragen in der Ha Long Bucht nach offiziellen Angaben 1969 Kalkfelsen aus dem Meer gen Himmel. Diese sind zum Teil mehrere hundert Meter hoch, meist unbewohnt und dicht bewachsen. Außerdem gibt es zahlreiche Grotten und Höhlen. Bevor wir ins Kayak steigen, sagt der Guide uns noch wo wir zuerst hinsteuern sollen. Von der Entfernung sieht es aus wie eine Art Höhleneingang, wie sich aber schnell herausstellt war es ein Durchgang zu einer „Lagune“. Ein großes Becken umrandet von einem Kalkfels bzw. einer Kalkinsel. Eine wirklich atemberaubende Kulisse, die sich uns hier eröffnet. So waren wir also die nĂ€chste halbe, dreiviertel Stunde damit beschĂ€ftigt in dem großen Becken umher zu paddeln, Fotos zu schießen und den Affen und Raben, die auf der Insel beheimatet sind, bei ihren Spielchen zuzuschauen.

Eine kurze Verschnaufpause spĂ€ter geht es vom Schiff aus weiter zum nĂ€chsten Highlight, einer Insel mit schönem Sandstrand und kurzer Wanderung bis zum Gipfel mit hervorragendem Ausblick ĂŒber einen weiten Teil der gesamten Ha Long Bucht. SpĂ€testens hier wird klar, dass wir nicht das einzige Touristenschiff sind, das in der Ha Long Bay umher schippert. Der Strand gleicht mit seinen zu mietenden Sonnenliegen, der Cocktailbar und der Öffnungszeiten, die tatsĂ€chlich auf einer Tafel stehen, eher einem privaten Hotelstrand und auf dem Weg zum Gipfel komme ich mir eher vor wie ein Pilger auf dem Weg ins heilige Land anstatt Robinson Crusoe auf der einsamen Insel. Nichtsdestotrotz war die Aussicht vom Gipfel sehr lohnenswert und auch das kurze Eintauchen in den Golf von Tonkin sehr erfrischend, wenn auch etwas kĂŒhl. 🙂

Eine Nacht auf dem Schiff

[Mathias] ZurĂŒck auf dem Schiff geht es nach einer kurzen SĂ€uberungs – bzw. Entsandungsaktion auf das Sonnendeck zur Cooking Class. Der Koch des Schiffs zeigt uns, welche Zutaten fĂŒr die Vietnam Spring Rolls, alo FrĂŒhlingsrollen benötigt werden. Anschließend erklĂ€rt er, wie das ganze in Reispapier gewickelt wird. Eigentlich ist das gar nicht so schwer. Schmeckt sehr lecker, vor allem, wenn es ganz frisch ist. Dazu wird ein Rotwein aus der Region Dalat gereicht, der sehr bekannt sein soll. Wir sind wohl beide keine Rotweintrinker bzw. -kenner. 🙂

Nach dem AbendmenĂŒ werden verschiedene Möglichkeiten angeboten: Happy Hour, Film schauen oder Squid (=Tintenfisch) angeln. Nach kurzer Zeit sind fast alle anderen GĂ€ste (wohin auch immer) verschwunden und wir spielen allein auf dem Sonnendeck Karten und sehen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder die Sterne. Das Meer ist total ruhig und man merkt nicht wirklich, dass wir uns auf einem Schiff befinden. Nach engen Spielen setzt sich der falsche beim Kartenspielen durch. 🙂 Beim Squid Fishing hat keiner von uns GlĂŒck, ist nicht wirklich schade, und auch hier sind wir die Einzigen. Anschließend lassen wir uns sanft in den Schlaf schauckeln.

Morgensport und Hoehlenerkundung

Der Wecker klingelt bewusst frĂŒh am Morgen, da um 06:15 ein morgendliches Tai Chi auf dem Sonnendeck stattfindet bzw. soll. Da wir dafĂŒr nie wieder die Chance haben werden, machen wir mal mit bzw. 50 % von uns. Viele warten auf den Lehrer, aber niemand kommt. Ca. eine viertel Stunde spĂ€ter kommt ein verpennter Typ doch noch an und zeigt uns einige Gymnastik Übungen. Die Kulisse dafĂŒr ist schon spektakulĂ€r. Etwas lĂ€cherlich wirkt dann das ganze, dass auf jedem vorbeifahrenden Schiff die Menschen auf dem obersten Deck genau das Gleiche veranstalten. Nach dieser Lockerung geht’s zum FrĂŒhstĂŒck.

[Daniel] Nach dieser StĂ€rkung haben wir wiederum nur kurz Zeit uns ein wenig frisch zu machen, bevor es zur Besichtigung der Surprise Cave geht. Diese liegt innerhalb der Bo Hon Insel, ziemlich in der Mitte der Ha Long Bucht und zĂ€hlt zu den prĂ€chtigsten Höhlen der ganzen Bucht. Dementsprechend ist auch der Menschenandrang vor der Höhle sehr groß als wir dort ankommen, da gefĂŒhlt jedes Schiff der Ha Long Bay zur selben Zeit die Besichtigung durchfĂŒhren möchte. Zum Eingang der Höhle sind es etwas mehr als hundert Stufen. Der Weg dorthin dauert einige Zeit. Einfach zu viele Menschen und zu wenige Stufen. 🙂 In der Höhle selbst verlĂ€uft sich das ganze dann glĂŒcklicherweise etwas, aufgrund der enormen GrĂ¶ĂŸe dieser. Die Höhle selbst besteht aus drei Kammern, welche sich deutlich in ihrer GrĂ¶ĂŸe unterscheiden. Wir gelangen zuerst in die kleinste Kammer, daraufhin in die zweite, schon deutlich grĂ¶ĂŸere Kammer und letztendlich in die gewaltige dritte Kammer, die noch um ein vielfaches grĂ¶ĂŸer als die zweite ist und einen wirklich „ĂŒberrascht“. Die Höhle heißt nĂ€mlich Surprise Cave, weil die Entdecker auf genau demselben Weg hineingekommen sind wie wir heute. Angefangen bei der kleinsten Kammer waren sie dann etwas ĂŒberrascht als sie einen Durchgang zu einer noch viel grĂ¶ĂŸeren Kammer gefunden haben und richtig gestaunt mĂŒssen sie haben, als sie dann den Weg zur dritten, grĂ¶ĂŸten Kammer gefunden haben. Ähnlich ergeht uns heute auch als wir von Kammer zu Kammer schreiten. Zu der Höhle an sich kann ich nur sagen, dass es sich dabei um eine Kalksteinhöhle handelt, die selbstverstĂ€ndlich auch Stalaktiten und Stalakmiten enthĂ€lt, einige davon haben kuriose Formen oder sehen bspw. einem Tier Ă€hnlich, welche unser Guide uns dann auch zeigt. Mal benötigt man mehr und mal weniger Phantasie, um das vom Guide genannte Tier zu erkennen. 🙂 Wirklich beeindruckend ist die Weite und GrĂ¶ĂŸe der dritten Kammer. Insgesamt benötigen wir etwa 45 Minuten um die Höhle zu durchlaufen. Vom Ausgang sind es dann sogar mehr als zweihundert Stufen zum Bootsanleger hinab.

Von dort aus geht es dann wieder zurĂŒck zum Schiff, wo wir dann Zeit haben unsere Sachen zusammen zu packen und aus dem Zimmer „auszuchecken“, sowie unsere GetrĂ€nkerechnung zu begleichen, diese ware nĂ€mlich nicht inklusive. Bis wir dann im Hafen sind gibt es Lunch und Zeit fĂŒr uns auf dem Sonnendeck zu verweilen. Vom Hafen geht es anschließend mit dem Bus zurĂŒck nach Hanoi. Auf dem Weg dorthin steht in etwa derselbe Zwischenstopp an als auf dem Hinweg, nur auf der anderen Straßenseite. 🙂

Letztlich lĂ€sst sich festhalten, dass ein Besuch in der Ha Long Bucht ein Must-See fĂŒr einen jeden Vietnamreisenden ist, auch wenn dort wirklich viele Touristen unterwegs sind. FĂŒr diese einzigartige Landschaft nimmt man das gerne in Kauf. Genauso wenig wĂŒrde ich jemandem abraten, den Ayer’s Rock in Australien anzuschauen.

Wir sind jedoch der Ansicht, dass eine 2 Tage / 1 Nacht Tour vollkommen ausreichend fĂŒr die Ha Long Bay ist. Unsere Tour, die im Übrigen bestens geplant war, wurde von dem Veranstalter Glory Luxury Cruise durchgefĂŒhrt. Unser Schiff hieß dann aber Pelican Cruise, was aber irgendwie mit Glory Luxury Cruise zusammengehört.

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